Was können Chefinnen tun?
JW: Es braucht Führungskräfte, die ihre Mitarbeitenden sehen. Es kostet mich nichts, meine Mitarbeitenden zu loben. Es kostet mich nichts, mich bei ihnen zu bedanken. Es kostet mich nichts, aber es lässt uns beide wachsen.
Welche Resilienzstrategien helfen, wenn im Salonalltag nur wenig Zeit bleibt?
JW: Eine ganz einfache Strategie ist bewusstes Atmen, zum Beispiel beim Haarewaschen. Das klingt banal, aber wenn du beim Waschen deinen Atem bewusst anpasst, entschleunigst du automatisch. Wenn du das mehrmals am Tag machst, kann es viel verändern.
Auch kurze Atemtechniken wie Box-Atmung helfen. Dafür braucht es aber einen Moment Ruhe. Und da sind wir wieder bei den Rahmenbedingungen: Viele Salons haben keinen echten Rückzugsort. Oft gibt es nur eine Farbküche oder einen kleinen Hintergrundraum. Ich erwarte nicht, dass alle Salons umbauen. Wir bleiben schon bei umsetzbar und realistisch. Aber Mitarbeitende sollten die Möglichkeit haben, kurz aus einer Situation herauszugehen, ohne dass es ihnen negativ ausgelegt wird.
„Fokus statt Chaos“ ist euer Seminarformat zum Thema Resilienz. Was macht ihr dort genau?
JW: Wir zeigen Methoden, die Mitarbeitenden und Saloninhaberinnen helfen sollen, entspannter und mit mehr Freude hinter dem Stuhl zu stehen. Der Druck, ständig abliefern zu müssen, ist enorm. Aber unter Stress können wir keine perfekten Ergebnisse liefern. Deshalb geht es bei uns darum, wieder klarer, fokussierter und entscheidungsfähiger zu werden.