Wenn Menschen im Alltag Druck haben, suchen sie sich oft Unterstützung dort, wo sie sich sicher fühlen, nämlich bei vertrauten Bezugspersonen. Besonders im Friseursalon zeigt sich dieses Muster deutlich, denn KundInnen vertrauen sich ihren FriseurInnen an, sprechen über Sorgen, Belastungen und private Themen. Das alles geschieht ganz nebenbei, während sie im Stuhl sitzen.
Eine von der Innosuisse geförderte aktuelle Studie des Instituts für Personalmanagement und Organisation, Hochschule für Wirtschaft (FHNW) aus der Schweiz hat genau hingeschaut.
Ausgangslage: „Das verdammte Leben sitzt bei dir auf dem Stuhl“
Dieses Interviewzitat bringt es auf den Punkt!
FriseurInnen sind nicht nur für Schnitte, Farben und Stylings da. Sie sind oft auch ZuhörerInnen und emotionale Anker, ohne dass das im Berufsbild oder in der Weiterbildung bisher ausreichend berücksichtigt wird.
Bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote scheinen dem Thema Gesprächsführung, Coaching, Abgrenzung sowie Stressmanagement bislang zu wenig Beachtung zu schenken.
Genau hier sehen die AutorInnen ein ungenutztes Präventionspotenzial: Nicht, um FriseurInnen zu Coaches im Sidebusiness auszubilden, sondern um das Kerngeschäft kompetenter, gesünder und langfristig belastbarer ausführen zu können.