Credit: Salon Schmitz

12.10.2021

Wenn ein Gutachter sagt, dass der Salon komplett saniert werden muss ...

Der Salon Schmitz in der Eifel gehört zu den Hochwasseropfern der Umweltkatastrophe des letzten Sommers. Alles auf Anfang hieß es, so mussten Ideen für einen Ersatz-Salon her! Wie man aus der Not etwas Gutes hervorbringt ...

Saloninhaber Michael Schmitz im Interview

Wie haben Sie das Hochwasser erlebt?
Michael Schmitz: Als das Wasser kam, haben wir alle Maßnahmen mit vielen freiwilligen Helfern ergriffen, um keinen Schaden zu erleiden. Dann kam es anders. Das Wasser stieg auf etwa 50 cm, in unserem Salon stand es 6 cm hoch. Als nach 2 Stunden das Wasser wieder weg war, begannen wir nachts alles trocken zu legen - was uns morgens um 5 Uhr auch gelungen war. Schlamm und Wasser waren beseitigt und wir konnten am Morgen unsere Kunden empfangen. Wir dachten alles sei in Ordnung, aber als ein Gutachter uns sagten, dass unser Salon komplett saniert werden müsse, konnten wir es kaum glauben.

Hatten Sie eine Ausweichmöglichkeit?
MS: Die erste und schnellste Entscheidung warenFriseurcontainer, welche aber für das Arbeiten mit 5 Personen nur bedingt geeignet sind. Dann entschieden wir uns neben unserem Salon eine Werkstatt umzubauen, mit Strom, Wasser, Heizung, Licht und Abfluss. Was dabei heraus kam, ist eine Haarwerkstatt, die von den Kunden sehr gut angenommen wird.

Weshalb muss saniert werde? Unsichtbare Schäden?
MS: Der Estrich und die Leichtbauwände standen unter Wasser, bzw. hatte sich die Dämmung in den Wänden voll Wasser gesogen. Die Schäden waren von außen nicht sichtbar. Weder Boden noch Tapete löste sich. Da wir eine Klima- und Lüftungsanlage im Salon haben, war auch kein unangenehmer Geruch spürbar.

Wer trägt die Kosten? Sind Sie ausreichend versichert oder erhalten Sie Hilfszahlungen?
MS: Mit der Meisterpolice der Signal Iduna hoffen wir gut versichert zu sein, abschließend können wir dazu erst nach Abschluss der ganzen Arbeiten etwas Genaues sagen. Die Zusammenarbeit und die Betreuung der Versicherung ist jedoch bisher sehr gut.

Was ist aktuell noch die größte Herausforderung?
MS:
Die bisher größte Herausforderung ist die Planung des Ablaufes der Renovierung. Handwerker sind zurzeit sehr überlastet und es fehlt einfach die Zeit der Planung, die man gewöhnlich bei einem Bauvorhaben hat. Aber bisher hat sich noch alles gut gefügt und wir sehen dem ganzen optimistisch entgegen. Die Handwerker versuchen das bestmögliche für uns zu machen.

Haben Sie Hilfe von Industrie/ Händlerseite oder Verband erhalten?
MS: Eine Hilfe der Friseurinnung haben wir erhalten. 

Was hat die Katastrophe im Team bewirkt?
MS: Unser Team hat uns sehr zur Seite gestanden. Das ist schön zu erfahren. Partner der Angestellten kamen beim Umzug in unsere Haarwerkstatt helfen, das war wirklich toll.

Ihr Schreiben klingt sehr optimistisch, das ist schön. Woher nehmen Sie die Kraft? 
MS: Die Kraft geben wir uns gegenseitig. Wir arbeiten gerne zusammen und die Haarwerkstatt zu schaffen hat uns wirklich auch Spaß gemacht. Auch wenn die Zeit natürlich sehr anstrengend ist, und die Tage mit viel Arbeit gefüllt sind, denken wir den Kopf hängen lassen bringt jetzt auch nicht weiter. Das wird ja wieder. Wir sind wirklich sehr erleichtert, dass wir nur Sachschaden erlitten haben. Wenn man sich mal umschaut, was in anderen Regionen los war, dann sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen. 

Vielen Dank, wir wünschen Ihnen weiterhin so viel Optimismus und ein freudiges Arbeiten in dem sehr schön gewordenen neuen Werkstattsalon!