Im Gespräch mit Katja Ottiger
Sie sind Head of Education in der AVAcademy, die mit 1. Januar 2025 gestartet ist. Ein Alleinstellungsmerkmal dort sind die Extensions-Azubi-Kurse. Was bieten Sie an?
Heidrun Opitz: Es ist tatsächlich so, dass der Fachbereich Zweithaar, Haarersatz und Extensions in der Friseurausbildung regulär nicht bedient wird. Zum einen, weil niemand da ist, der es vermittelt und zum anderen niemand da ist, der es abprüft. Ich bin in der Handwerkskammer in Aschaffenburg in der überbetrieblichen Ausbildung tätig, wir prüfen in diesem Jahr in Unterfranken gerade mal einen Auszubildenden im Modul Extension. Es wählen definitiv viel zu wenige dieses Modul, weil es nicht ausreichend geschult wird. Da hinkt unser System hinterher.
Sie sehen den Bedarf in den Salons?
HO: Extensions ist seit 25 Jahren ein stetig wachsendes Thema. Extensions werden für Endkunden immer erschwinglicher und besser umsetzbar, weil die Range es zulässt. Man findet für alle und jedes Budget einen passenden Anbieter. Als Salon kann man es sich kaum erlauben, Extensions nicht anzubieten. Das ist, als würde ein Friseur sagen: „Nee, sorry, aber wir färben nicht.“ Nur Fakt ist, egal womit ich arbeite, die Technik muss funktionieren und ich muss sie irgendwo lernen können.
Die ►AVAcademy precht da jetzt vor?
HO: Ja, denn ein Problem in Deutschland ist, dass die großen Extensions-Anbieter immer noch auf Basis von Knebelverträgen arbeiten: Klar dürft ihr bei uns Schulungen machen, aber dafür müsst ihr mit unseren Haaren arbeiten. Ihr wollt mit unseren Haaren arbeiten? Dann nur mit unseren Schulungen! Diese Verträge machen wir nicht, wir wollen das Ganze aufbrechen. Der Friseur, der im Kopf offen und kreativ ist, soll eigene Entscheidungen treffen dürfen. Wir schulen in allen Bereichen - Tapes, Wefts, Bondings, Haarverdichtung - egal, mit welchem Haaranbieter gearbeitet wird.