Im Gespräch mit Raphaela Kirschnick
Du bezeichnest dich als mutigen Friseur, was heißt das?
Marco Dupré: Ich bin ein kleiner Rebell und sage offen, was ich denke. Man liebt mich oder hasst mich dafür. Ich bin jetzt 32 Jahre alt, seit 7 Jahren selbstständig und habe gelernt, dass es häufig besser ist, seine Meinung zu sagen. Auch bei Kunden mache ich nicht Dienst nach Vorschrift, sondern führe so meine Gespräche. Wichtig ist immer höflich und respektvoll zu bleiben, aber halt mit eigener Meinung.
Wie gehen Kunden mit dieser Geradlinigkeit um?
MD: Man zieht ja immer seinesgleichen an. Natürlich gibt es auch Kunden, die mit meiner Persönlichkeit nicht klarkommen. Aber dafür gibt es andere Stylisten im Team, die besser zu ihnen passen. Als Salon probieren wir immer wieder neue Sachen aus, das ist wirtschaftlich mutig. Auch unser Gespräch heute, heikle Themen anzusprechen, das finde ich mutig.
Ihr seid ein hochpreisiger Salon im Bahnhofsviertel in Frankfurt und habt Samstag und Sonntag geschlossen. Seit wann ist das so?
MD: Diese Überlegung trage ich seit Jahren mit mir herum. Das ist ein Learning aus Bewerbungsgesprächen, denn viele Menschen wollen samstags nicht mehr arbeiten. Auf diesen Zug bin ich aufgesprungen. Seit 1. Januar 2024 ist samstags geschlossen und das hat uns auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich attraktiver gemacht.