Im Interview mit Juliane Krammer
Lena, erzähl einmal, du bist Friseurin und sehr engagiert, Veränderung in die Branche zu bringen. Wie kam es dazu?
Lena Kühne: Ich habe 2016 mit meiner Lehre begonnen und mochte den Job, dachte aber nicht, nach der Ausbildung Friseurin zu bleiben. Mit der Gesellenprüfung hat sich alles geändert: Die hatte ich mit Auszeichnung bestanden und damals durfte ich hautnah miterleben, wie negativ gegenüber Friseuren agiert wird: Ich wurde bei meiner Gesellenvergabe nicht geehrt.
Kannst du das näher erklären?
LK: Als ein Anruf von der Kammer kam, ich hätte mich damit für den Landeswettbewerb qualifiziert, meinte die Kreishandwerkschaft daraufhin nur, dass das nicht sein kann, dass Friseure mit Auszeichnung bestehen. Dann dämmerte es mir: Die haben einfach die Sparte Friseur ausgelassen … Das hat mich angespornt: Ich habe mich dann zur Bundesmeisterschaft qualifiziert und auch gewonnen. Da war es mir klar: Handwerk ist viel mehr, als „ich mache das und gehe nach Hause“.
Vor 1,2 Jahren habe ich mich dann bewusst dafür entschieden, dass ich versuchen möchte, das Image der Branche umzugestalten. Jetzt will ich was verändern.
Jetzt bist du in der Tarifkommission Mitglied …
LK: Ja, ich mache mittlerweile viel ehrenamtlich … aber eines meiner Herzensprojekte ist die ► Tarifkommission. Da ich Arbeitnehmerin bin, nahm ich den Rat eines lieben Kollegen an und wurde zuerst stilles Mitglied bei verdi. Dann kam im Sommer der Brief: Eine neue Tarifkommission wird gewählt und ich dachte: „Das ist meine Chance“.
… und dann wurdest du gewählt?
LK: Vier Wochen nach meiner Bewerbung bekam ich die Info, dass ich Tarifkommissions-Mitglied sei. Warum? Weil sich leider so wenig Personen gemeldet haben, dass es gar nicht zu einer Wahl kam. Es hätte 8 Plätze gegeben. Vier Personen haben sich gemeldet, jedoch haben die anderen ihr Amt wieder niedergelegt.