Im Gespräch mit Katja Ottiger
Deine Friseurläden bezeichnest du als Ateliers – warum?
DC: Die Bedeutung eines Ateliers liegt im Handwerk und in der Kunst. Es ist ein Ort, an dem etwas erschaffen und kreiert wird: Wir erarbeiten ein Werk mit den Kunden, in gemeinsamen Prozessen und auf vielen verschiedenen Wegen.
„Für meine Ansprüche verzichte ich auf Quantität.“
Die Ateliers sind Premiumsalons. Wie hast du es geschafft?
Dennis Creuzberg: Es ist mir wichtig, Qualitätsstandards zu setzen und zu erfüllen, ebenso wie die Ästhetik im Beruflichen und im Privaten für mich unerlässlich ist. Um meine Ansprüche zu erreichen, verzichte ich auf Dinge, die Quantität bedeuten. Denn Qualität braucht Zeit und das akzeptiere ich. Es gibt Kunden, die sitzen für eine Umfärbung bei uns schon mal sechs Stunden. Ich bediene dann eben nur drei statt sechs Kundinnen.
„Luxus ist nichts Materielles.“
Luxus - was verstehst du darunter?
DC: So arbeiten zu können, wie man möchte und so, wie man ist. Luxus ist nichts Materielles. Was man sich im Luxusbereich kauft, verliert an Wert, sobald man es besitzt. Luxus kann Spaß machen, aber ist vergänglich. Der wahre Luxus liegt in der Wertigkeit. Für meinen Laden bedeutet Luxus die Freiheit, kreativ arbeiten zu können und entsprechend bezahlt zu werden.
„Wir legen unsere Wertigkeit in die Arbeit und weniger in das Drumherum.“
Wie garantiert ihr hochwertige Dienstleistung auf Dauer?
DC: In unserer Creuzbergwelt ist es privat und ruhig, aber nicht langweilig. Wir legen unsere Wertigkeit in die Arbeit und weniger in das Drumherum. Jeder Kunde genießt die gleiche Aufmerksamkeit, egal ob „30 Minuten-“ oder „mehrere Stunden-Kunde“. Unsere Mitarbeiter bringen von Haus aus einen hohen Qualitätsanspruch mit und werden zusätzlich von mir geschult. Wir sind – unter normalen Bedingungen - ein klassischer Laden mit Zeitungen und Getränken, arbeiten umweltbewusst, wo es geht, filtern z.B. unser Wasser mit einer BWT-Anlage auf.
„Bei uns können Promis einfach nur da sein (…), denn Luxus ist Privatsphäre.“
Die Creuzberg Ateliers ziehen auch Promikunden an - wie ist der Umgang mit ihnen?
DC: Wir gehen mit all unseren Kunden so um, als wären sie prominent. Bei uns können Promis einfach nur da sein und müssen sich nicht umschauen, wer sie belagert oder mit Blicken attackiert. Wir fragen sie auch nicht, ob wir Fotos machen können, denn Privatsphäre ist Luxus.