Österreich: Preislich moderater
Wien ist innerhalb der DACH-Region die günstigste Stadt, liegt aber dennoch über den europäischen Durchschnittswerten.
Gerade bei Farbe zeigt sich: KundInnen sind bereit, für professionelle Ergebnisse deutlich mehr zu bezahlen, wenn der Wert nachvollziehbar ist. Für österreichische Salons liegt die Chance daher weniger darin, günstiger zu sein, sondern professioneller zu kommunizieren: Warum kostet eine Farbe, was sie kostet? Welche Expertise, Produkte, Zeit und Verantwortung stecken dahinter?
Deutschland: Starkes Premiumsignal, aber auch Erklärungsbedarf
Deutschland zeigt im Ranking ein klares Premiumprofil. Berlin und München liegen bei Herren- und Damenhaarschnitten weit vorne, Berlin führt innerhalb der DACH-Region bei Farbservices. Das ist ein starkes Signal für die Wertigkeit des Friseurhandwerks.
KundInnen vergleichen Preise heute nicht mehr nur mit dem Salon ums Eck, sondern über Social Media, Buchungsplattformen und Websites auch mit anderen Städten und Ländern. Wer im Premiumsegment arbeitet, muss seine Leistung deshalb sichtbar machen – fachlich, emotional und digital.
Preise sind kein Problem, wenn der Wert sichtbar wird
Der European Hair Cost Index zeigt deutlich: Friseurpreise sind in Europa keine fixe Größe, sondern stark abhängig von Standort, Markt, Salonpositionierung und Dienstleistung. Für Österreich und Deutschland ist die Botschaft klar: Beide Märkte bewegen sich im oberen Preissegment – Deutschland stärker, Österreich moderater, aber keineswegs billig.
Die große Chance liegt in der bewussten Positionierung. Salons, die ihre Preise nicht nur kalkulieren, sondern erklären, können Vertrauen schaffen. Gerade bei Farbe, Beratung und individuellen Dienstleistungen steckt enormes Potenzial. Denn der Preis allein entscheidet nicht, entscheidend ist, ob KundInnen verstehen, welchen Wert sie dafür bekommen.