Unternehmensberater Peter Zöllner, Credit: Frank Respondek | AdobeStock, Masson

25.08.2023

Wo sind denn die Friseure hin? Und wo sind sie geblieben?

Ausblick auf die Zukunft. Was ist denn jetzt Fakt? imSalon fragt für die Branche nach und Peter Zöllner, Unternehmensberatung für Friseure, Kosmetik- sowie die Wellnessbranche, gibt lösungsorientierte Antworten.

Ein Blick zurück

Wenn wir auf die Geschichte der Friseurbranche zurückblicken, insbesondere seit 2008, bemerken wir eine bemerkenswerte Zunahme der Betriebe. Von 63.317 Salons in 2008 stieg die Zahl in 2022 auf beeindruckende 80.557. Doch was hat diesen Anstieg verursacht? Der Wandel in der Branche ist deutlich: Viele haben den Sprung gewagt und sich aus Anstellungsverhältnissen gelöst, um sich selbstständig zu machen. Doch stellt sich die Frage: Wo sind die Mitarbeiter hin?

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Gesellschaftliche Veränderungen

Heutzutage haben wir zwar mehr Betriebsstätten, aber paradoxerweise weniger Nachwuchs. Mit gerade einmal 14.000 Lehrlingen in 2022 steht die Branche vor einem Dilemma. Zusätzlich zu dieser Ausdünnung haben Mütter, die nach der Elternzeit in den Friseurbereich zurückkehren wollten, oft Schwierigkeiten, dies bei ihren bisherigen Arbeitgebern zu tun - insbesondere aufgrund eingeschränkter Vormittagsarbeitszeiten.

Vom Schneiden zum Wechseln

Ein großer Teil des Personalmangels in der Branche ist auf die Abwanderung in andere Branchen zurückzuführen. Insbesondere während der Corona-Pandemie haben viele Friseure alternative Einkommensquellen, wie Heimarbeit, erschlossen. Die Friseurbranche, obwohl als Mode- und Dienstleistungsberuf anspruchsvoll, steht weiterhin vor den ewigen Herausforderungen: langen Arbeitszeiten, niedriger Bezahlung und hohen Anforderungen. Es überrascht nicht, dass viele, sowohl Männer als auch Frauen, für sich entscheiden, dass andere Berufe weniger stressig und lukrativer sein könnten. Zeitgleich ist der Gesellschaftliche Trend die Lebens- und Arbeitsmodelle anders zu strukturieren. Dieser Trend von Vollzeit auf Teilzeit ist nach unserer Erfahrung ungebrochen und dadurch hat sich natürlich die Kapazität der Gesamtarbeitsleistung ebenfalls deutlich reduziert.

Eine positive Wende: Geschlechtergleichheit in der Friseurbranche

Eine der bemerkenswerten Entwicklungen in der Branche ist der zunehmende Ausgleich zwischen den Geschlechtern. Es ist erfreulich zu sehen, dass immer mehr Männer sich für eine Karriere als Friseur entscheiden. Während im Jahr 2010 nur 12% der Friseure männlich waren, hat sich dieser Anteil bis 2020 fast verdreifacht und liegt nun bei 31%. Dies zeigt, dass die Branche nicht nur in Bezug auf die Geschäftsentwicklung, sondern auch hinsichtlich der Inklusivität und Vielfalt wächst. Dieser Trend könnte eine größere Bandbreite an Talenten, Perspektiven und Fähigkeiten in den Salons fördern, die wiederum zur Wiederbelebung und Stärkung der gesamten Branche beitragen könnten.

Eine Zukunft der Entscheidungen

Interessanterweise gehen nicht nur gewöhnliche Angestellte, sondern auch diejenigen, die sich weitergebildet haben und die Meisterprüfung abgelegt haben, oft andere Wege. Laut Meininghaus' Erfahrung, eröffnet etwa ein Drittel der Meisterprüflinge einen eigenen Salon, ein weiteres Drittel strebt ein Studium an, während das letzte Drittel weiterhin als Angestellte arbeiten.

Für Inhaber bedeutet dies, dass sie ihre Unternehmen wettbewerbsfähig aufstellen müssen. Sie müssen sich in Richtung attraktiver Arbeitszeiten, attraktiver Gehälter und als Anziehungspunkt für Kunden und Mitarbeiter entwickeln. Es ist dringend notwendig, Geschäftskonzepte zu überdenken und anzupassen.

 

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Starker Rückgang Beschäftigter Friseure

Lange gab es nicht so wenig Beschäftigte im Friseurhandwerk Deutschland. Immer weniger Junge, Männeranteil wächst, Ausländeranteil steigt und immer mehr in Teilzeit oder geringfügigem Arbeitsverhältnis. 

► Hier geht's zur aktuellen Statistik im Detail.

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