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11.07.2022

FDP-Nachwuchs fordert gesetzlich geregelte Unisexpreise beim Friseur

Der FDP Nachwuchs des Landtags Baden-Württemberg lässt die Tage mit einem Antrag aufhorchen. Das Ziel: Gesetzlich geregelte Unisexpreise beim Friseur!

Der Stuttgarter FDP-Nachwuchs wird am 17.Juli 2022 einen Antrag einbringen, der die Preisgestaltung im Friseursalon betrifft. Im Antrag "Gender-Pricing: Und was zahlst du für deinen Haarschnitt" fordern sie ein Gesetz, das Bepreisung aufgrund des Geschlechts verbietet. 

Im Antrag wird eine Studie der Antidiskriminierungsstelle zitiert, in der fast 90% der Friseursalons für einen "Kurzhaarschnitt" unterschiedliche Preise für Männer und Frauen ausschreiben. Frauen zahlen im Schnitt 12,50€ mehr. 

Transgender wird Thema bei Geschlechterpreisen

"Es ist auch fraglich, mit welchem Recht Dienstleistende das Geschlecht ihrer Kundschaft beurteilen, auf deren Basis der Preis für eine geschlechtsneutrale Leistung entschieden wird", heisst es in dem Antrag. Die Frisurbranche wird sich in Zukunft mit dem Thema auseinandersetzen müssen, wie Transgender in einer Preisgestaltung nach Geschlechtern Platz findet.

Unisexpreise fürs Salonimage

Unisexpreise beim Friseur bedeuten nicht automatisch, dass Männer mehr zahlen. Vielmehr  ist eine geschlechtsneutrale Preisgestaltung ein mögliches Marketing-Mittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben und Neukunden zu gewinnen. Auf die Formulierung kommt es an, dann macht man dadurch auch keinen Verlust, sondern nimmt eine klare Positionierung ein. 

Ideen für diskriminierungsfreie Preisgestaltung im Salon

  • Service-Preise: Statt "Damen-Herren-Kinder" können die Dienstleistungen umbenannt werden, z.B. in Maschinenschnitt, Modehaarschnitt, etc. 
  • Preis nach Haarlänge: z.B. beim Föhnen braucht man im längeren Haar mehr Zeit, daher empfehlen sich "lang / mittel / kurz"-Preise
  • Preise nach Zeit: z.B. 1 Minute kostet 1€ würde bedeuten: Der Wie-Immer-Trockenhaarschnitt kommt mit 20 Minuten auf 20€, das Waschen-Kopfmassage-Schneiden-Föhnen-Paket kommt auf 60 Minuten und 60€.

Ein Blick zu unseren Nachbarn: In Österreich regelt das Gleichbehandlungsgesetz seit 2008, dass für Männer und Frauen keine unterschiedliche Preise verlangt werden dürfen. Dabei geht es um "die selbe Leistung" - eine Interpretationsfrage. Überprüfungen zeigen, dass sich nur etwa 20% der Salons an diese Vorgabe halten.