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Credit: Cat

17.03.2026

"So geht internationales Co-Working"

Cat wirbelt die Barber-Szene auf – in Deutschland wie in anderen Ländern. Wir sprachen über die Rückkehr der Natürlichkeit bei Herren, internationales Arbeiten und warum sie zukünftig auf One-on-One Seminare setzt.

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Juliane Krammer im Gespräch mit Men’s Grooming Expert Cat

Cat, du bist aktuell Stuhlmieterin in Barcelona. Wie läufts?
Cat: Ich wollte schon immer in Spanien leben und Barcelona ist eine meiner Lieblingsstädte. Als ich letztes Jahr im August hier auf Urlaub war, habe ich ein paar Barber-Freunde, mit denen ich auf Instagram connected war, besucht. Damals war ich noch viel als „Guest Artist“ unterwegs und der Studio-Besitzer hat mich gefragt, ob ich nicht eine Woche einchecken will.

… und aus einer Woche wurden mehrere Monate?
C: Es hat mir so gut gefallen und der Besitzer war auch super zufrieden, dass sie mir anboten, dauerhaft zu bleiben.

Bist du dort angestellt oder Stuhlmieterin?
C: Ich bin als Freelancerin temporär bei Main Parlor Barcelona eingemietet.

Welche konkreten Unterschiede gibt es zu Deutschland in Bezug auf dein „Daily Barber-Business“?
C: Die Leute kommen regelmäßiger zum Haareschneiden als in Deutschland. Das liegt auch daran, weil die Kunden mehr Haar und eine südländische Struktur haben. Da macht sich das Herauswachsen eines Cuts schneller bemerkbar. Allerdings sind die Preise auch viel niedriger. Das Studio, in dem ich arbeite, ist „hochpreisig“ für Barcelona. Ein Schnitt kostet 30 Euro. In Deutschland verlange ich 120 Euro pro Schnitt. Ich weiß aber auch, dass ich in Spanien meine deutschen Preise nicht verlangen kann. Für mich ist es aber vollkommen okay, die Preise je nach Land anzupassen, denn auch das Leben ist hier um einiges günstiger als in Deutschland.

Wie unterscheidet sich Spanien in punkto Techniken von Deutschland?
C:
 Das Thema Bärte mit Nassrasur ist hier nicht so bekannt. Kaum ein Barber bietet eine Nassrasur an. Ich führte das neue Angebot hier ein und die Leute nehmen es super an. Meine Kunden kommen mittlerweile auch nur zum „Full Service“. Darauf bin ich stolz, dass ich die Dienstleistung Bart-Service im Studio integriert habe.

Du machst eine Tour durch mehrere Länder. Wie läuft das ab?
C:
 Meistens werde ich von meinen Kooperationspartnern wie BabylissProSTMNT Grooming Goods oder Akashi für Events oder Schulungen in diversen Locations gebucht. Mich schreiben aber auch viele Barbershop-Besitzer privat an, die mich für ein Event einladen.

Bist du auch noch in Deutschland?
C:
 Ja, ich habe mein kleines privates Studio in Crailsheim. Dort kümmere ich mich um meine alten Kunden oder gebe dort One-on-One Seminare. Ich versuche alle 6-8 Wochen nach Deutschland zu kommen, auch um meine Familie zu sehen.

Du stehst für BabylissPro und auch STMNT auf der Bühne oder gibst in Studios Seminare. Wie kann man Kolleginnen empowern, in der Männerdomäne Barber erfolgreich Fuß zu fassen?
C:
 Zuallererst empfehle ich Seminare zu belegen, um nicht ins kalte Wasser springen zu müssen. Ich war nie Fan davon, etwas auf gut Glück zu versuchen. One-on-One Schulungen sind der weitere Schritt, um Skills zu perfektionieren.

So wie du es auch anbietest …?
C:
 Ich gebe Gruppenkurse nur mehr für ganze Salons bzw. ein gesamtes Team. Ansonsten biete ich ausschließliche Eins-zu-eins Seminare an. Der Fokus der Teilnehmer ist größer und auch meine Aufmerksamkeit gehört ganz allein der Person. Für mich ist es zwar weniger rentabel als 5 Leute auf einmal zu schulen, aber mir ist wichtiger, dass das Seminar zu 100% erfolgreich ist.

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In meinem Salon hatten die Damen immer die gleichen Wünsche … für mich war das schlichtweg zu langweilig.

Was ist am Herren-Service anders als bei Damen?
C:
 Ich hatte mehr Freude am Herrenschnitt, weil ich es als fordernder empfand, das Arbeiten detaillierter und präziser erfolgt. Das ist meine persönliche Wahrnehmung. In meinem Salon hatten die Damen immer die gleichen Wünsche: Balayage, ein bisschen Spitzen schneiden, lange Haare, Extensions, … für mich war das schlichtweg zu langweilig.

Trends, Tools, Techniken – was ist 2026 in der Barber-Szene spannend?
C:
 Skinfades kommen niemals aus der Mode, weil sie auch für den Kunden sehr praktisch sind. Dementsprechend braucht es Tools, um das auch ideal umsetzen zu können. Mein Partner BabylissPro – von den Tools bin ich wirklich überzeugt – gibt es eine neue Range von der CompactLOPRO Serie. Die ist mein Favorit, weil die kleiner ist als die normale Serie. Die ist für Frauen bzw. kleinere Hände perfekt.
Technisch sind lange Haare wieder sehr im Kommen. Natürlichere Haarschnitte kommen wieder zurück, damit meine ich aber nicht, dass sich die Herren Haare einfach wachsen lassen. (lacht)

2026 ist WM-Jahr. Was ist deine Prognose für den WM-Trendcut?
C:
 Ich muss ehrlich gestehen, dass ich kein großes Interesse an Fußball habe, deswegen halte ich mich mit Prognosen zurück. Neulich war aber Mats Hummels bei mir, er bekam einen natürlichen Look mit längerem Haar am Oberkopf. Das Ganze setzte ich mit Scherentechnik und natürlichem Taperfade um. Beim Bart habe ich alles natürlich gelassen mit schönen Verläufen.

Cat & Mats Hummels

Credit: STMNT Grooming Goods

Bleiben wir im Jahr 2026. Was ist bei dir noch geplant?
C: 
Ich verlege meine Base nach Nafplio in Griechenland. Nachdem ich vor zwei Jahren nach Schweden gezogen bin, hatte ich ein Burnout und deswegen achte ich nun mehr auf meine Lebensqualität. Barcelona ist aktuell ein toller Ort, aber ich bin ein naturgebundener Mensch, weswegen meine Wahl auf Nafplio fiel. Von dort mache ich die gebuchten Education-Reisen und arbeite an meiner Online-Education.

Ist der Bedarf an Online-Education vorhanden?
C:
 Ich habe eine internationale Audience auf Social Media und nicht jeder hat die finanziellen Mittel aus den USA, Südamerika, … ein Live-Seminar zu besuchen. Sie können sich das nicht leisten. Das kann ich nachvollziehen und deswegen will ich eine Lösung anbieten.

Eine Frage zum Abschluss, die beim Thema Barber auf der Hand liegt: Billig-Barbershops erhitzen vor allem in Deutschland und Österreich die Gemüter. Wie ist deine Meinung dazu?
C:
 Jeder hat seine Daseinsberechtigung. Das ist schon immer meine Meinung und auch jeder Kunde ist individuell. Die Leute suchen alle nach etwas anderem: Ich habe Preise von 120 Euro, kenne Friseure oder Barbiere, die 12 Euro verrechnen – und jeder hat genügend Kunden. Der Kunde selbst bestimmt, was er möchte und wo er hingeht. Die einen wollen schnell mal kurz wo rein und die anderen wollen eine Auszeit mit mehr Qualität. Das Problem an der „Billigwirtschaft“ ist das falsche Denken: Je billiger sie ansetzen, desto mehr Kunden haben sie. Wenn sie die Preise anheben würden, würde sich an deren Situation genau gar nichts ändern, der Kunde käme sowieso.

Danke dir, Cat, für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Über Cat

Cat startete ihre Karriere mit einem klassischen Friseursalon in Feuchtwangen (Bayern), bevor sie sich auf den Herrenservice spezialisierte. Obwohl ihre Expertise als Masterstylistin, Diplom-Coloristin, Extension-Spezialistin und Master Barber breit gefächert ist, widmet sie sich heute ausschließlich dem Herrenfach. Aktuell arbeitet sie in Barcelona, künftig wird sie sich in Nafplio (Griechenland) niederlassen. Für BaBylissPRO sowie STMNT Grooming wird sie weiterhin auf zahlreichen Bühnen stehen und ihr Wissen in Trainings und Education-Formaten weitergeben.

@itsthebarbercat

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