Ist es das Image, die Entlohnung oder einfach nur null Bock auf Handwerk? Wie ein vertrauensvolles Duales System dem Berufsbild des Friseurs wieder neues Leben einhauchen kann, erzählt Inge von Thun.
Wie das Ausbildungssystem zukunftsfähig gestaltet werden kann, dazu hat Inge von Thun, Public Relations, der Beruflichen Schule Burgstraße (BS12) in Hamburg gute Lösungsansätze.
Aufgrund der Verschiedenartigkeit der Auszubildenden im Friseurhandwerk hat die BS12 individuelle Unterrichtsdesigns entwickelt, die es jedem Auszubildenden ermöglichen, entsprechend seinen Stärken zu arbeiten und zusätzliche Kompetenzen und Qualifikationen während des Berufsschulunterrichtes zu erwerben. Und die Zahlen sprechen für sich: Derzeit verzeichnet die Berufliche Schule Burgstraße 360 Friseur-Auszubildende. Tendenz steigend!
Wir waren neugierig und haben nachgefragt bei Inge von Thun, Public Relations der Beruflichen Schule Burgstraße (BS12)
Wie kann die Ausbildung besser werden?
Inge von Thun: Nach Rücksprache mit meinen Auszubildenden empfehle ich:
1. Die Struktur der Ausbildung transparent machen und konsequent die Ausbildungsschritte verfolgen.
2. Der Grundstein aller Kompetenzen kann schon im 1. Ausbildungsjahr gelegt sein. Danach kommt das Training, die unbedingt nötige Erfahrung. (Beispiele für eine Ergänzung des „Grundsteins“: Ryf Junior College, Meininghaus Young Stylist)
3. Im 2. und 3. Ausbildungsjahr würde so schon selbstständig an Kunden/Gästen gearbeitet werden. (Stichworte: Peter Polzer und sein Konzept des Lernsalons, Rentabilität der Ausbildung)
4. Lernbegleitung mit „Personalentwicklung“ in Schule und Betrieb sind bedeutsam, um Motivation zu wahren und „Rückschläge“ zu verdauen. Das kostet Zeit.
5. Die nationale und internationale Welt der Friseure bereits als Auszubildende erleben zu dürfen, sichert Friseurbegeisterung.