Wie hast du deinen Ausbildungsbetrieb in Weinheim gefunden?
MK: Ich habe vor einem Jahr ein Praktikum in einem Friseursalon gemacht, der mich aber nicht nehmen konnte, weil sie schon zu viele Auszubildende hatten. Eine Mitarbeiterin von dort empfahl mir das Geschäft, in dem ich jetzt bin und das zu diesem Zeitpunkt gerade neu aufgemacht hatte. Ich habe mich beworben und wurde gleich genommen.
Wolltest du immer Friseurin werden?
MK: Nein. Ich war vorher auf einer Fachschule in einer komplett anderen Richtung, wollte mein Fachabi machen und eigentlich studieren. Aber irgendwie war das nichts für mich. Beim Praktikum im Salon habe ich dann gemerkt, dass mir der Friseurberuf an sich gefällt, die Arbeit, der Umgang mit den Menschen und wie ich mich weiterentwickeln kann.
Vorurteile? „Wenn man merkt, dass einem etwas Spaß macht (…) sollte man diese ignorieren.“
Was denkt dein Freundes- und Bekanntenkreis über deine Berufswahl? Gab es Vorurteile?
MK: Meine Freundinnen finden das natürlich gut, weil ich an ihnen üben und ihnen die Haare machen kann. Von Vorurteilen habe ich schon öfter gehört, auch von Leuten aus meiner alten Klasse. Aber ich finde, wenn man merkt, dass einem etwas Spaß macht und dass es einem liegt, dann sollte man so etwas einfach ignorieren.
„Ich habe große Ziele, möchte mehr erreichen und nicht nach der Ausbildung aufhören!“
Beim Mentoring Programm hast du Kontakt mit Leuten, die ihren eigenen coolen Salon haben, mit Mitarbeitenden und Azubis und die auf der Bühne stehen. Macht das was mit dir?
MK: Ich finde das beeindruckend. Da merkt man: Wenn man klein anfängt, kann man groß werden. Ich habe große Ziele, ich möchte mehr erreichen, über den Salon hinaus, und nicht nach der Ausbildung aufhören. Ich möchte nach außen zeigen, dass der Beruf schön ist, auch wenn das oft nicht erkannt wird.
„Bei der Ausbildung kommt es stark auf den Salon an, in dem man ausgebildet wird.“
Wie oft bist du in der Berufsschule und wie zufrieden bist du mit der Ausbildung an sich?
MK: Ich bin zweimal in der Woche in der Schule, einen vollen und einen halben Tag, an dem ich später noch in den Salon gehe. Das System finde ich ganz ok. Ich würde lieber zwei volle Tage in der Schule sein, denn im Unterricht werden die Inhalte so reingequetscht, das ist oftmals stressig. Bei der Ausbildung kommt es stark auf den Salon an, in dem man ausgebildet wird. Ein wenig altbackenes Gefühl habe ich eher in der Berufsschule, vor allem, was die Prüfungen angeht. Da könnte man mehr Sachen abfragen, auf die man sich später im Salon z.B. auch spezialisieren könnte.
Hast du bereits eigene Kunden im Salon?
MK: Die meisten Kunden, die ich übernehme, sind Farbkunden. Ich übe sehr viel Balayage-Techniken, sowohl an Trainingsköpfen als auch an Modellen. Die werden über meine Instagram Seite auf mich aufmerksam und schreiben mich an. Ich schneide aber auch schon Kinder.
Hat Instagram dazu beigetragen, dich für den Friseurberuf zu begeistern?
MK: Auf jeden Fall. Gerade über Social Media kann man viele Menschen erreichen und wird erreicht. Man sieht die Friseur-Reels und denkt, ok krass, ich könnte so etwas später auch mal machen! Und wenn ich heute meine Vorher-Nachher Bilder ansehe, sehe ich, was ich schon geschafft habe. Und das ist ein wirklich tolles Gefühl und macht mich stolz.
Vielen Dank, liebe Maja, für deine Zeit und alles Gute für deinen weiteren Weg in unserer tollen Branche!