Du warst gemeinsam mit elf Damen und einem Herren im Kurs. Wie war denn die Stimmung?
TM: Wir haben uns alle gut verstanden und jeder möchte einfach nur viel lernen und arbeiten.
Was erwartest du dir denn von der Ausbildung?
TM: Ich möchte viel lernen und das Friseursein zu einem Teil meines neuen Lebens machen.
Hast du bereits Erfahrung im Friseurhandwerk in Afghanistan sammeln können? Welche Unterschiede gibt es?
TM: Ich habe in Afghanistan zwei Jahre in einem Salon ausgeholfen, aber dort zählte nur das Ergebnis - egal, was es für die Gesundheit des Haars bedeutete.
Was bereitet dir die meiste Freude?
TM: Am meisten Spaß machen mir Färben, Schneiden und Stylen.
Die Lehre dauert 3 Jahre?
CW: Ausgelegt ist die Lehre auf 3 Jahre. Viele Azubis verkürzen, aber das sehen wir, wenn es so weit ist. Wir haben eine kleine Akademie für unsere aktuell 12 Auszubildenden, in welcher wir mit ihnen arbeiten, und sie fördern. Aber, wir möchten niemanden unter Druck setzen, sondern jedem die Option bieten.
Gibt es denn Farsi sprechende Mitarbeitende, um sich untereinander in der Muttersprache austauschen zu können?
CW: Grundsätzlich ist deutsch unsere Unternehmens- und Salonsprache. Es gibt allerdings einige Kunden, die sehr dankbar sind, in ihrer Landessprache zu kommunizieren.
Welchen Ratschlag geben Sie Kollegen, die sich für Quereinsteigende aus dem Programm interessieren?
CW: Future shifts! Wir sollten auf die Veränderungen zukunftsorientiert und überlegt reagieren. Um das Handwerk und die Ausbildung zu retten sind Programme wie Shaping Futures möglich, aber wir sollten auch über alternative Ausbildungsmöglichkeiten, wie z.B. Teilausbildungen nachdenken.
Das Programm mit Jobs4Refugees bietet einen alternativen Zugang: Es ermöglicht sowohl eine gezielte Vorbereitung auf die Ausbildung als auch den direkten Einstieg für erfahrene Fachkräfte. So gewinnen wir hoch motivierte Menschen – und genau das zählt am Ende.
Ich danke für das Gespräch und wünsche eine wunderbare und erfolgreiche Ausbildungszeit.