Ümit Akbulut im Interview mit Juliane Krammer
Ümit, du führst deine Haarwerkstatt, hast eine Barber-School und bist Obermeister der Friseurinnung Delmenhorst – Oldenburg Land. Welche Ziele hast du dir als Obermeister gesteckt?
Ümit Akbulut: Ich will Kontakte und Beziehungen zueinander herstellen, deswegen veranstalte ich Stammtische einmal im Monat. Aber auch Charity-Veranstaltungen sind mir für den Zusammenhalt sehr wichtig. Bei derartigen Events lasse ich gerne Innungsbetriebe zusammenarbeiten, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind. So werden rasch Vorurteile abgebaut.
Woher kommen diese Ansätze?
ÜA: Ursprünglich komme ich aus der Skateboard-Szene und da sind zum Beispiel Generationskonflikte kein Thema. Alle teilen eine Leidenschaft und dieses Mindset will ich auch in die Friseur-Branche bringen. Es gibt oft noch viele Parameter, die uns aufhalten. Wir müssen auf eine Augenhöhe kommen, denn wenn ich mit meinem Porsche zum Golfclub fahre und mich über den Nachwuchs aufrege, bringt das nichts. Man muss dort sein, wo die jungen Leute sind und die neue Generation akzeptieren.
Verfolgst du auch politische Ziele als Obermeister?
ÜA: Vorrangig geht es mir ums Zusammenwachsen. Wir haben hier im Norden eine ganz tolle Obermeister-Connection, treffen uns quartalsweise und besprechen, wie es so läuft. Durch das Interview mit der neuen Obermeisterin aus Würzburg, Katharina Walker, habe ich auch mit ihr Kontakt aufgenommen. Es entstehen somit Regionen-übergreifende Friseurveranstaltungen. Unsere Innung steht für direkte Lösungen und den transparenten Austausch. Ob Preisgestaltung, Mitarbeitersuche, ... alle Themen werden geteilt und da nimmt man sich gegenseitig Unsicherheiten.