Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Henrik Haverkamp
Henrik, Wella war großer Unterstützer des Zukunftskongresses. Der Bedarf an größerer politischer Wahrnehmung ist im Friseurhandwerk groß. Was würdest du mit Wella gerne anstoßen?
Henrik Haverkamp: Grundsätzlich glaube ich, liegt die Zukunft der Friseure in der Hand der Friseure und das können Lieferanten nicht übernehmen. Wir müssen aber unseren Beitrag in der Unterstützung leisten. Aktuell liest man in vielen Foren zum Thema Schwarzarbeit, welches bei unseren Kunden immer wieder zu Verzerrungen im Wettbewerb führt, das beschäftigt auch uns.
Die aktuell veröffentlichten Zahlen zur Schwarzarbeit zeigen die fatalen Auswirkungen auf unsere Branche. Welche Hebel siehst du?
HH: Zum einen die mangelhafte Durchsetzung dessen, was politisch bereits gilt. Was Recht und Gesetz ist, gehört durchgesetzt, aber da fehlen häufig die Ressourcen und vielleicht manchmal auch der richtige Wille.
Das andere ist die grundsätzliche Wertschätzung des Friseurs, denn das ist ein wichtiger Hebel, denn Schwarzarbeit entsteht insbesondere dann, wenn die Entlohnung so gering ist, dass man sich alternative Möglichkeiten sucht.
Man sieht ja, wie das beispielsweise in Schweden besser funktioniert.