Was war der auschlaggebende Punkt?
KE: Meine Frau, die auch Friseurin ist, und ich wollten uns für die Zukunft wappnen. Es sind gerade herausfordernde Zeiten und um alle Mitarbeiter*innen zu behalten, gehen wir diesen Weg. Man muss sich den Gegebenheiten anpassen und auch Angebote überdenken. Im Damenbereich bieten wir derzeit keine Extensions oder Haarbotox mehr an, werden das aber künftig sicher wieder ins Programm aufnehmen. Aktuell konzentrieren wir uns mehr aufs Färben und Schneiden. Aber natürlich nehmen wir für den Umbau wieder Geld in die Hand mit einem Kredit: Man muss in die Zukunft investieren. Ich möchte mir keinen neuen Job suchen! Ich will den schon behalten.
"Man muss in die Zukunft investieren. Ich möchte mir keinen neuen Job suchen! Ich will den schon behalten."
Bleibt der Barbershop dann noch im neuen Salon erhalten oder macht ihr einen Unisex-Salon mit Barber-Service im Angebot?
KE: Im neuen Salon wird es einen separaten, eigenen Barber-Bereich mit eigener Fassade geben. Eine Art Shop-in-Shop.
"Es geht nicht, wenn jemand nur Bärte schneiden oder Rasuren machen will und nicht einsieht, eine Friseurausbildung zu machen. ... Wenn man das wirklich machen möchte, musst du „Haare“ verstehen und somit eine Ausbildung machen."
Wie vereint man den roughen, rustikalen Barber-Look mit einem klassischen Salon?
KE: Ich möchte weg von allem Rustikalen. Es wird alles puristisch und clean werden. So, wie man die Salons aus England kennt. Diese sind durchdachter und sprechen mich viel mehr an, als die überladenen Stores aus den USA. Es wird somit wenig Ablageflächen im Barber-Bereich geben und minimalistisch aussehen. Die Spiegel werden aber größer. Der Kunde sieht sich dann im Ganzen und nicht nur mehr einen Ausschnitt von sich. So wie das Salonkonzept, versuchen meine Frau und ich das Barber- und Friseurleben zu vereinen, denn am Ende ist es dasselbe: Haareschneiden. Es geht nicht, wenn jemand nur Bärte schneiden oder Rasuren machen will und nicht einsieht, eine Friseurausbildung zu machen. Wir sind der Meinung: Wenn man das wirklich machen möchte, musst du „Haare“ verstehen und somit eine Ausbildung machen.
Jetzt wo du den direkten Vergleich mit zwei Salon noch hast … Wo verdient man mehr Geld? Im Barbersegment oder mit dem Damen-Salon?
KE: Tendenziell sage ich, dass im Damenbereich mehr Geld drinnen ist, weil viel mehr Zusatzdienstleistung möglich ist. Bei uns kostet ein Herrenschnitt 37 Euro. Die meisten nehmen eine Frisur und Bart Kombi, da sind wir bei einem Durchschnittsumsatz von 60 Euro. Bei den Damen variiert das je nach Wunsch mit Farbe, Schnitt oder beidem. Aber am Monatsende ist im Damenbereich mehr Geld zu holen. Die Herren sind im Moment noch nicht so weit, zu sagen, ich nehme jetzt noch eine Maske oder dieses Treatment … aber es wird mehr.
Ist das auch ein Thema für den neuen Salon? Herren-Beauty?
KE: Die Herren sprechen die auf weibliches Zielpublikum ausgerichteten Salons nicht an. Wenn man Herren-Beauty cool verpackt, wird das bestimmt gut von den Herren angenommen. Egal, ob Gesichtsreinigung, Massage, … Das ist zukünftig ein großes Thema.