Im Gespräch mit Raphaela Kirschnick
Steven, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl ins Modeteam des Zentralverbandes! Mit ►Manuela Härtelt-Dören habt ihr nun die erste weibliche Präsidentin an der Spitze. Was erwartest du Dir vom Führungswechsel?
Steven Meth: Ich bin sehr froh nun eine Frau an der Spitze des Zentralverbandes zu haben, schließlich sind wir eine Branche mit weit über 80% Frauenanteil. Ich habe Manuela Härtelt-Dören als eine taffe Frau mit Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen, aber auch mit einem stets offenen Ohr und Empathie kennengelernt, dass kann unserem Verband nur guttun. Ich weiß, dass sie vieles auf der Agenda hat und einiges verändern wird. Sicher wird nicht jedem immer alles gefallen, aber ich denke der Kurs von Manuela ist der Richtige.
"Ich bin 43 (...) Ist das jung genug? Sicher nicht!"
Kaum gewählt, schon wurde in den Sozialen Netzwerken die „Altersfrage“ diskutiert. Was entgegnest du den Kritikern?
SM: Ich bin 43 und einer der Jüngsten im Amt. Haben wir uns verjüngt? Ja, an vielen Stellen schon. Ist das jung genug? Sicher nicht! Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Man kann aber eben auch nur aus dem auswählen, was im Angebot ist. Wenn wir ehrlich sind, mangelt es auch an Nachwuchs. Das fängt in den Innungen an, geht über die Landesverbände und endet schließlich im Zentralverband. Es gibt leider immer weniger junge Leute, die bereit sind, ihre Energie und ihre Freizeit ehrenamtlich zu opfern.
Das ist ein Kreislauf…
Die Verbandsarbeit erscheint nicht unbedingt sexy, aber wenn man nichts tut wird sich auch nichts ändern!
„Wir brauchen ganz dringend frischen Wind und innovative Ideen. Genauso braucht es aber auch Erfahrung und Diplomatie.“
Können nur „Junge“ für „Junge“ Politik machen?
SM: Das denke ich nicht. Kompetenz hat für mich nichts mit Alter zu tun. Ich denke, es ist einfach wichtig, eine gute Mischung zu haben. Wir brauchen ganz dringend frischen Wind und innovative Ideen. Genauso braucht es aber auch Erfahrung und Diplomatie.
Nun ist der Nachwuchsmangel eines der dringlichsten Themen, der Rückgang der Auszubildenden seit 10 Jahren jährlich rasant sinkend. In der Tat ist bisher wenig geschehen, das hier entgegengewirkt hat. Was denkst du muss geschehen, um diese Entwicklung zu stoppen, beziehungsweise um wieder einen Zuwachs zu erzielen?
SM: Der Nachwuchsmangel ist wirklich eines der größten Probleme in der Branche. Auch bei uns im Verband ist das eines der Kernthemen. Vergangenes Wochenende war das neben der Wahl unser Hauptthema. Ich kann sagen, dass verschiedene Dinge getan wurden und vor allem getan werden. Leider ist es eben sehr schwierig, den richtigen Ansatz zu finden, es gibt ja viele Faktoren die da zusammen kommen: Image, Vergütung, Arbeitszeiten, demografischer Wandel, Ausbildungssystem…
Hier gibt es leider kein Allheilmittel. Umso mehr freut es mich, dass gerade bei diesem Thema, die Ausschüsse des Verbandes zukünftig deutlich enger zusammenarbeiten werden.