Wenn Freundlichkeit zur Pflicht wird
Es gibt einen Unterschied zwischen Freundlichkeit, die aus Kraft kommt, und Freundlichkeit, die aus Angst kommt. Wer freundlich ist, weil er Menschen mag, weil ihm Begegnungen etwas bedeuten, weil er gerne gibt, der schöpft aus einer inneren Quelle. Das trägt.
Wer freundlich ist, weil er Ablehnung fürchtet, weil er gelernt hat, dass sein Wert davon abhängt, wie er auf andere wirkt, der zehrt sich aus. Schleichend. Oft ohne es selbst zu merken.
In meiner Arbeit als Mentalcoach begegne ich diesem Muster sehr häufig. Dahinter steckt oft ein Glaubenssatz, der tief sitzt und früh gelernt wurde: "Ich bin nur wertvoll, wenn ich freundlich bin, wenn ich gefalle und keine Schwäche zeige."
Dieser Glaubenssatz ist ein Trigger. In dem Moment, in dem eine Kundin unzufrieden
wirkt, in dem Moment, in dem jemand im Salon kurz die Stirn runzelt, läuft das Muster ab. Der Körper geht in Alarmbereitschaft. Man strengt sich noch mehr an. Man gibt noch mehr. Man lächelt noch breiter. Und das Nervensystem bleibt dauerhaft unter Strom.