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RYF Geschäftsführer Marc Breckwoldt | Credit: Pieter Pan Rupprecht

18.08.2026

Marc Breckwoldt ist neuer Obermeister der Friseurinnung Hamburg

Die Friseurinnung Hamburg hat eine neue Führung: Marc Breckwoldt, Geschäftsführer und Inhaber von Ryf of Switzerland, wurde zum Obermeister gewählt...

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Die Friseurinnung Hamburg hat sich neu aufgestellt. Im Juli wurde ein neuer Vorstand und Marc Breckwoldt zum neuen Obermeister gewählt. Marc Breckwoldt führt das Friseurunternehmen Ryf of Switzerland mit 39 Salons in Deutschland und ist der erste Nicht-Friseur in diesem Amt im Hamburg. Möglich wurde seine Wahl durch eine Ausnahmeregelung, die die Satzung der Innung vorsieht.

Sein Ziel formuliert Breckwoldt klar:
„Das Friseurhandwerk ist ein Zukunftsberuf und muss auch wieder so wahrgenommen werden.“

Unternehmerischer Blick auf das Friseurhandwerk

Breckwoldt ist gelernter Bankkaufmann und studierter Betriebswirt. 2005 übernahm er die Geschäftsführung von Ryf. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 400 Mitarbeitende an 39 Standorten deutschlandweit.

Seine neue Aufgabe sieht Breckwoldt deshalb nicht ausschließlich aus handwerklicher Perspektive. Die Innung müsse die Chancen des Berufs stärker sichtbar machen und die Betriebe mit guter Ausbildung, moderner Betriebsführung und Offenheit für neue Technologien zukunftsfähig aufstellen. „Es geht nicht darum, Probleme zu verwalten, sondern Lösungen zu entwickeln“, erklärt er.

Beim imSalon Zukunftskongress 2025 erhob Marc Breckwoldt im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Stimme für das ganze Handwerk und diskutierte mit renommierten PolitikerInnen aller Parteien über die Herausforderungen im Handwerk.

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Nachwuchs wird zur zentralen Herausforderung

Eines der wichtigsten Themen seiner Amtszeit dürfte der Fachkräftemangel werden. „Wir haben kein Nachfrageproblem, wir haben ein Fachkräfteproblem“, bringt Breckwoldt die Situation auf den Punkt. Die Zahl der neuen Friseurauszubildenden in Hamburg hat sich innerhalb von zehn Jahren deutlich reduziert: Während 2015 noch 312 junge Menschen eine Ausbildung begonnen, waren es 2025 nur noch 178. Hinzu kommt laut Bericht eine durchschnittliche Abbrecherquote von 43 Prozent.

Auch bei der Bezahlung sieht Breckwoldt weiteren Entwicklungsbedarf. Die Hamburger Tarifempfehlung liegt nach der Gesellenprüfung derzeit bei 14,50 Euro pro Stunde. Meister mit mehr als sechs Jahren Berufserfahrung kommen auf knapp über 3.000 Euro brutto monatlich. Breckwoldt verweist darauf, dass die Branche von deutlich niedrigeren Löhnen komme und diese Entwicklung weitergehen müsse.

Fairer Wettbewerb für 1.500 Friseurbetriebe

Ein weiteres Thema ist der zunehmende Preisdruck durch Barbershops. Breckwoldt betont dabei, dass er nichts gegen günstigere professionelle Mitbewerber habe, fordert jedoch faire Wettbewerbsbedingungen. Für die mehr als 1.500 Friseurbetriebe in Hamburg kommen gleichzeitig steigende Personal-, Produkt-, Energie- und Betriebskosten hinzu.

Technologische Entwicklungen betrachtet der neue Obermeister dagegen vor allem als Chance. In seinem eigenen Unternehmen testet Ryf bereits ein KI-Tool, mit dem KundInnen anhand eines Fotos unterschiedliche Frisuren visualisieren können. Die Technologie soll Beratung und handwerkliche Arbeit unterstützen, nicht ersetzen. Für Breckwoldt bleibt der persönliche Faktor entscheidend: „Friseur ist auch ein Empathieberuf.“

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