Strom gehört zu den Fixkosten, die im Salon leicht übersehen werden. Er läuft im Hintergrund: Licht über den Spiegeln, Föhne und Warmwasser für jede Haarwäsche. Sichtbar wird der Posten meist erst mit der Jahresabrechnung. Ob der eigene Verbrauch normal ist und der Preis fair, lässt sich dann kaum beurteilen. Wie hoch die Stromabrechnung am Ende ausfällt, hängt dabei stärker vom Standort ab, als viele vermuten.
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Stromkosten im Salon: Zahlt dein Betrieb zu viel?
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Anhaltspunkte liefert die aktuelle Gewerbestrom-Auswertung von wattline. Dafür wurden nach Angaben des Unternehmens die Energiedaten von mehr als 26.000 kleinen und mittleren Unternehmen aus zwölf Branchen und allen 16 Bundesländern ausgewertet. Das Ergebnis: Das Preisniveau für Gewerbestrom hat sich seit 2020 im Durchschnitt verdoppelt
Was der Standort mit dem Strompreis zu tun hat
Der Report vergleicht die reinen Energiepreise ohne Netzentgelte und zeigt deutliche regionale Unterschiede. Zwischen günstigen und teuren Bundesländern liegen rund 17 Prozentpunkte. Am günstigsten kauft das Saarland ein, am oberen Ende stehen Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein.
Für Friseursalons dient die Kategorie „Dienstleistungen“ als Orientierung. Dabei zeigt sich: Ein hoher Stromverbrauch bedeutet nicht automatisch einen hohen Energiepreis. Dienstleistungsbetriebe in Hamburg verbrauchen laut Report besonders viel Strom, liegen beim Preis aber nur leicht über dem Bundesschnitt. In Thüringen ist der Verbrauch vergleichsweise niedrig, der Energiepreis liegt dennoch rund 15 % darüber.

Dienstleistungsbranche setzt auf Ökostrom
Auch die Energiequelle beeinflusst das Preisniveau. In der Dienstleistungsbranche liegt der Anteil an Ökostrom über dem Durchschnitt aller Branchen. Neben der Region gestaltet ein Salon sein Preisniveau also über die Wahl des Tarifs und der Vertragsform mit.
Wo im Salon besonders viel Strom gebraucht wird
Neben dem Standort beeinflussen auch Tarif, Vertragslaufzeit und Einkaufszeitpunkt die Konditionen.
Wie hoch der Verbrauch ausfällt, hängt stark von Fläche, Zahl der Bedienplätze, Öffnungszeiten und Ausstattung ab.
Ein kleiner Ein-Platz-Salon liegt daher deutlich unter dem Stromverbrauch eines großen Betriebes mit vielen Arbeitsplätzen. Wichtiger noch ist allerdings die Frage, welche Geräte im Salon den Löwenanteil ausmachen. Wer das versteht, kann gezielt ansetzen und Stromkosten verringern.
Beleuchtung und Frisurgeräte
Das Licht ist der größte einzelne Stromposten im Salon. Lange Öffnungszeiten und die hohe Helligkeit, die präzises Arbeiten braucht, summieren sich über den Tag. Direkt danach folgen die typischen Werkzeuge des Handwerks: Föhne, Glätteisen und Haarschneidemaschinen ziehen einzeln zwar nur kurz Strom, werden in Summe aber zum zweiten großen Kostenblock.
Warmwasser und Wäsche
Jede Haarwäsche braucht warmes Wasser, und die Art der Erwärmung entscheidet mit über die Höhe der Stromkosten. Ein elektrischer Durchlauferhitzer treibt den Stromverbrauch spürbar nach oben, während Warmwasser aus der Heizung den Zähler entlastet. Gerade bei hohem Waschaufkommen macht sich dieser Unterschied über das Jahr bemerkbar.
Waschmaschine und Trockner für Handtücher zählen zwar auch mit, fallen aber weniger ins Gewicht. Beim Waschen und Trocknen mit einfachen Mitteln Strom zu sparen, ist im Salonalltag schnell umgesetzt.
Gerade bei der Warmwasserbereitung lohnt sich ein genauer Blick: Wird Wasser elektrisch über einen Durchlauferhitzer erhitzt, schlägt sich jede Haarwäsche direkt auf den Stromverbrauch. Auch bei der Wäsche lässt sich mit einfachen Maßnahmen Energie sparen.
Diese Stellschrauben haben Salons selbst in der Hand
Beim Verbrauch können schon einfache Maßnahmen helfen:
- LED-Beleuchtung einsetzen
- moderne Geräte und konsequentes Ausschalten statt Stand-by
- warmes Wasser, wo möglich, über die Heizung statt über den Elektroboiler
- niedrigere Waschtemperaturen und voll beladene Maschinen
Der zweite Hebel ist die Beschaffung von Gewerbestrom. Da der Standort das Preisniveau vorgibt, lohnt sich der kritische Blick auf den eigenen Vertrag. Viele kleine Betriebe zahlen mehr als nötig, weil ihnen der Zugang zu Konditionen fehlt, die für große Abnehmer selbstverständlich sind. Ein regelmäßiger Vergleich der Angebote oder der Zusammenschluss mit anderen Betrieben kann diesen Nachteil ausgleichen.
Tipp: Wer den eigenen Jahresverbrauch kennt, kann ihn mit den Branchen- und Regionalwerten des Reports abgleichen. So lässt sich einschätzen, wo der Salon im Vergleich steht.
Standort ist Ausgangslage, aber nicht Schicksal
Der Standort bestimmt, mit welchem Preisniveau ein Salon bei den Stromkosten startet. Machtlos ist deshalb kein Betrieb. Wer weiß, wohin der eigene Strom fließt und wie er im Vergleich dasteht, kann beim Verbrauch und bei der Beschaffung nachsteuern. Die Kostenstruktur ist damit kein reines Schicksal aufgrund des Standorts, sondern zu einem guten Teil eine Frage der eigenen Entscheidungen.
Über wattline
wattline ist eine unabhängige Energie-Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas in Deutschland. Sie bündelt den Energiebedarf von über 29.000 Unternehmen, um gemeinsam Großhandelspreise am Markt zu erzielen, die sonst nur Großabnehmern vorbehalten sind.
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