Anfang September hatte Gesundheitsminister Jens Spahn noch betont, eine Schließung des Einzelhandels und von Friseuren würde man mit den gewonnenen Erkenntnissen nicht mehr machen… Das ist längst verpufft, denn „die dynamische Lage macht’s erforderlich“, so der Gesundheitsminister Mitte Dezember. Der seitdem andauernde Lockdown hat Deutschland mit seinen Menschen, Wirtschafts- und Gewerbetreibenden hart im Griff, immer mehr Friseurbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand, warten händeringend auf Unterstützungen. Für viele wird es eng, Existenzangst, Verzweiflung, Unmut und Zorn machen sich breit. Immer weniger sind bereit, die Beschlüsse der Bundesregierung einfach so hinzunehmen. Die einen möchten am liebsten die Geschäfte öffnen, die anderen an die Politik appellieren, angemessen und zeitnah Unterstützung einzufordern.
Die Friseurbranche ruft auf!
Immer mehr Friseure, Unternehmer, Innungen und Medien stellen sich zusammen und rufen dazu auf, gemeinsam zu handeln.
Demoaufruf! So wie die Friseurinnung Regensburg, die kurzum eine Demonstration für 100 Personen angemeldet hat, wie uns aus der Friseurinnung mitgeteilt wurde. HEUTE am 18.01. ruft diese um 18 Uhr zu einem stillen Sitzprotest vor dem Landratsamt auf - mit FFP2 Maske, Abstandregeln, Kerzenlicht und Schneidehocker. Die Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen versteht sich von selbst, hierin sind Friseure ja geübt. Das Ziel der einstündigen Aktion: auf die Situation im Friseurhandwerk aufmerksam zu machen! Waltraud Mittermaier, Obermeisterin der Regensburger Friseurinnung, erwartet sich hierdurch, „von der Politik besser wahrgenommen zu werden, denn viele Friseurbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand!“ Es geht um rasche Unterstützung, denn „sonst müssen viele Geschäfte schließen, Mitarbeiter stehen auf der Straße und Auszubildende können nicht weiterlernen!“, so Frau Mittermaier weiter.
Einen Stein ins Rollen zu bringen – darum geht es ebenso der Friseurinnung Ebersberg (Bayern) und schließt sich deshalb HEUTE dieser Aktion an, initiiert von Ludwig Bitto (Ebersberg) und Uschi Elze, Geschäftsbetreibern aus Grafing. Auch letztere möchte sich nicht machtlos fühlen und dabei zusehen, wie ihre Branche immer weiter Konkurs anmeldet und schaffte es mit ihrer Aktion gar in die Süddeutsche Zeitung.