imSalon: Am Coty Messestand verschwimmen die Grenzen zwischen analog und digital. Wie sieht es mit den Menschen aus?
Cristian Canthal: Für uns ist die Top Hair eine tolle Gelegenheit Friseuren unsere Zukunftsvisionen vorzustellen. Offline & Online. Und ja, wenn es um die Zukunft geht, wird viel über Digitalisierung gesprochen, denn eines ist klar ohne geht es nicht mehr und Digitalisierung ist notwendig um erfolgreich zu bleiben, aber ohne den Menschen können wir diesen Weg nicht gehen.
Wo liegt euer Fokus beim Digitalen: Endverbraucher oder Friseur?
CC: Ganz klar auf dem Friseur, das ist unsere Strategie. Das Salongeschäft war und wird in Zukunft für uns die Priorität No 1 bleiben. Und dieses wollen wir auch via den sozialen Medien reflektieren. Zum Beispiel mit einer starken Einbindung von EGC.
Was bitte ist EGC?
CC: Educator Generated Content, neben User Generated Content, eine ansprechende Art, Friseurexpertise zu zeigen. Unsere Fachtrainer, die, die im Markt unterwegs sind und unsere Kunden im Studio oder Salon weiterbilden, haben eine sehr affine Fangemeinde.
"Educator Generated Content, neben User Generated Content, eine ansprechende Art, Friseurexpertise zu zeigen."
Ob vor, nach oder auch während Seminaren wird sehr viel Wissen ausgetauscht und geteilt, das ist EGC.
Werden wir noch mehr von #askforwella erfahren?
CC: #askforwella hat unsere Erwartungen bezüglich Reichweite deutlich übertroffen. Alle Aktivierungen um die Kampagnen zielen ja darauf ab mehr Endverbraucher in den Salon zu bekommen. Und – ganz ehrlich – das Thema könnte man unendlich groß spielen. Jedoch gibt es noch Verbesserungsbedarf. Denn, was uns leider fehlt: Wir können den Erfolg der Kampagne nicht bis zum „Ende“ messen: Wie viele Kunden sind denn nun wirklich in den Salon gekommen und haben ihren Friseur gefragt, mit was er färbt? Deutschland ist noch nicht so weit, das zu tracken, uns fehlen z.B. Onlinebookingplattformen für die Erfolgsmessung und das ist wichtig bevor ich die Budgets freisetze.
Aber, die Idee spricht sowohl Friseure als auch Endverbraucher an und es wird sicher wieder etwas kommen.
Wie läuft es mit Koleston Perfect ME+? Erwartungen getroffen?
CC: Sehr zufrieden! Wir hatten ab Tag 1 eine 100% Umstellung unserer Topkunden und konnten danach sehr rasch alle anderen Kunden vom neuen Koleston überzeugen.
Derzeit geistern sehr viele Diskussionen durch den Online-Orbit, Stichwort Grauabdeckung.
CC: Ich weiß, wir sind bei diesem Thema nicht nervös, denn wir haben es getestet immer und immer wieder. Es gibt keine Deckkraft Probleme! Wir gehen derzeit jeder einzelnen Beschwerde nach. Wir hätten das nie gelauncht, hätte es hier Probleme gegeben.
Was ist dann die Ursache?
CC: Ich glaube, wir waren zu optimistisch mit unserer Aussage „Es ändert sich alles, nur nicht der Salonablauf“. Die Schwierigkeiten, die auftreten, beruhen zumeist auf Anwendungsfehler, mal wurde die Farbe zu wenig angerührt, mal zu früh abgespült. Also, das neue Koleston arbeitet anders, das kommunizieren wir nun besser und holen jeden ab, der irgendwo Schwierigkeiten anspricht, selbst bei Facebook filtern wir Postings heraus und reden darüber.
Gerüchte: Kommt das alte Koleston Perfect zurück?
CC: Um Gottes Willen!!!!! Nein wir sind total happy, das war der Launch des Jahrzehnts. Über Bad News wird halt lieber gesprochen als über Good News und Social Media ist ein schneller Multiplikator.
Wie sieht es aus mit dem Color DJ?
CC: Wir haben 3 Geräte im Markt und wollen nun sehen wie der weitere Rollout funktionieren kann. Unser Ziel ist es, in der aktuellen Testphase genau zu verstehen, wieviel Installationsaufwand oder technischer Support nötig ist, um einen reibungslosen Saloneinsatz zu sichern. Wir brauchen eine Struktur, die es uns ermöglicht, den Color DJ in großer Zahl in den Markt zu bringen.
Gibt es Feedback der Salons, die bereits damit arbeiten?
CC: Die sind begeistert, das ist eine Dienstleistung die ankommt. Lars Nicolaisen arbeitet bereits damit und nach einer Stunde Color DJ im Salon war bereits die erste Maske verkauft, für €80.
80€, wow?
CC: Lars Nicolaisen verkauft sie für €80 und das mehrmals am Tag. Aber wir geben keinen Preis vor. Aber die, die damit arbeiten, positionieren sich zwischen 60-80€, das ist auch unsere Empfehlung. Man muss beachten, dass nur ein Farbexperte wie ein Master Color Expert das Gerät bedienen kann, denn man muss Farben verstehen. Einen Auszubildenden kann man das Gerät nicht bedienen lassen.
Gibt es ein Datum für die Markteinführung?
CC: Wir sind sicher, der Color DJ kommen wird aber entscheiden erst nach der aktuellen Testphase wann