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Credit: Matthias Merz für imSalon

31.10.2018

Im Interview: Shesher – Geheimnisse eines Barbers

Shesher Emmanuel Sanwogue ist Barber mit, aus und voll Leidenschaft. Eine Frage und er sprudelt, seine Begeisterung ist grenzenlos, für Schnitte, Bärte und sein neues Lieblingsspielzeug. Nur wenn es um seine Kunden geht, da zieht er Grenzen.

im lebhaften Gespräch mit Raphaela Kirschnick

Was sind die Trends im Barbershop Bereich?

Fades mit Null Übergang – mit oder ohne Pompadour (die Hände sind überall und zeichnen Schnittbewegungen in die Luft). Hauptsache die Haare sind seitlich deutlich kurz und man sieht einen Übergang zwischen 0 und 45 Grad. Dieser Trend wird auch erstmal dauern, bis er halt wieder verschwindet (lacht).

„Alles was im Barbershop gesagt wird, bleibt im Barbershop“

Was macht dein Barbering besonders?

Es gibt ja viele unterschiedliche Barbershops mit unterschiedlichen Konzepten. Ich arbeite seit zehn Jahren alleine, denn meine Kunden schätzen persönliche Diskretion. Alles was im Barbershop gesagt wird, bleibt im Barbershop. Darum finde ich es schwer, wenn neben mir ein anderer Barbier arbeitet. Das Persönliche schätzen meine Kunden sehr.

Wer sind deine Kunden?

Sehr unterschiedlich. Meine älteren Kunden haben meistens ihren Fixtermin, kommen alle drei bis vier Wochen, damit sie immer gepflegt aussehen. An Wochenenden kommen oft Jüngere, die auch auf Farbe stehen, die raus gehen und etwas Besonderes für die Disco wollen.

Du färbst?!

Nein, Barbershops sind meist nicht für Farbe geeignet. Ich mache nur mal Farbspray oder so.

Dein wichtigstes Werkzeug?

Die Haarschneidemaschine und das Messer.

"Männer schauen auf die Uhr."

Hast du eine Lieblingsschneidemaschine?

Die Supra ZR von Andis - Ich feiere jeden Tag, wenn ich sie in der Hand halte. Sie hat einen Wechselakku, den man ohne Maschine laden kann. Und er hat fünf Stärken, somit ist es egal, ob das Haar dick oder dünn ist. Es gibt Zwischenaufsätze, wenn man diese beherrscht ist man der König. Natürlich ging es bisher auch ohne, ABER... mit einem normalen Clipper brauche ich dafür eine halbe Stunde – mit der Supra 15 Minuten. Und Männer schauen auf die Uhr.

Credit: Matthias Merz für imSalon

Du bist ein großer Social Media Fan?

Facebook ist heutzutage ein wichtiger Boom – ich kann super zeigen, was ich kann und das weltweit! Meine Kunden sagen oft „ich habe dich im Internet gefunden“.

Du gibst für Andis Seminare – wie bildest du dich selbst weiter?

Es gibt viele Kollegen, die super Videos online stellen. Man sieht Techniken, die man noch gar nicht kennt und kann sich so super Ideen holen. Viele Barber experimentieren und haben ihren eigenen Stil. Ich möchte viele Techniken beherrschen und schau stundenlang anderen Barbern zu und lerne, lerne, lerne. Plötzlich habe ich wieder eine neue, eigene Technikidee. Die freue ich mich dann meinen Seminarbesuchern wieder weiterzugeben. Es ist alles in Bewegung (lacht schallend).

Das stimmt, Shesher, du bist ein toller Typ, danke für das leidenschaftliche Gespräch!