Im Gespräch mit Katja Ottiger
Frau Hoffmeister-Gizzi, Sie stehen seit 30 Jahren an der Spitze der GFH, die Sie in den Neunzigern allein gegründet haben. Wie kam das?
Cornelia Hoffmeister-Gizzi: Im Jahre 1991 habe ich mit Nichts begonnen: keine Angestellte, keine Kunden, nur viel Optimismus. Meine Erfahrungen in der Branche habe ich zuvor sechs Jahre lang als Verkaufsleiterin in einer Zweithaar-Firma gesammelt. Ein Lieferant aus den USA machte mir dann den Vorschlag einer Kooperation. Die ersten fünf Jahre waren wirklich hart! Es gab kein Handy, es gab kein Navi und ich bin allein durch halb Europa gefahren, um mir einen Kundenstamm aufzubauen.
Als Frau war das in den von männerdominierten Neunziger Jahren sicher nicht immer einfach. Aber wenn man Sie erlebt, spürt man, dass Sie, positiv gesprochen, „sich durchbeißen“ können.
CH: Ja, man unterschätzt mich gern (lacht). Allerdings muss ich einräumen, dass ich in Asien nie das Gefühl der Frauendiskriminierung hatte. Meinen Mitarbeitern lasse ich viel Freiheit, aber verlange auch, dass sie immer on the spot sind.
Wie groß ist der internationale Markt der GFH?
CH: Der macht rund 20 Prozent unserer Kunden aus, hier vor allem der europäische Markt. Von Norwegen, Finnland, Dänemark, Benelux über die osteuropäischen Länder, bis hin zu Österreich, Italien, Irland und der Schweiz.
Wo werden Ihre Zweithaarprodukte gefertigt?
CH: Überwiegend in China, aber ich habe ebenso Produzenten in Indonesien, auf den Philippinen und in Korea. Jahrelang habe ich viel Zeit darauf verwendet, die geeigneten Lieferanten zu finden. Ich bin regelmäßig direkt in die Fabriken gefahren, habe vor Ort mit Leuten gearbeitet und unsere Standards geklärt. Corona hat dahingehend eine Zäsur gemacht und einiges verändert. Mittlerweile kommen die Lieferanten auch nach Deutschland, was vorher undenkbar war.