Bei Combline kann ich Eigenhaar an meine vorhandenen ankleben lassen?
AW-R: Ja, Combline hat den Vorteil, dass man jedes Haar verwenden kann - sein eigenes oder jegliche Extensions, die der Markt bietet. Man könnte Tapes, die nicht mehr verwendet werden, zurechtschneiden, neu einfärben und einsetzen.
Welche Voraussetzungen braucht der Klebstoff?
AW-R: Der spezielle „Medical Grade“ wird von einer Firma hergestellt, die Klebstoffe für die Medizin produziert mit der Eigenschaft, sich nach einigen Wochen wieder aufzulösen. Es ist nicht der gleiche Kleber, der bei Organen eingesetzt wird, sondern einer, der speziell auf Haaren getestet und für uns hergestellt wird. Der Klebstoff ist sehr volatil und löst sich nach ca. 4 bis 8 Wochen auf. Die Haare gehen vereinzelt, ähnlich dem natürlichen Haarausfall, verloren.
In welchem Preissegment liegt eine Ponyverdichtung?
AW-R: Wir berechnen anhand der Menge bzw. der Halter, die wir einarbeiten. Mit einem halben Halter ist eine Ponyverdichtung möglich, ein Face Frame, eine leichte Effektarbeit oder das Ausfüllen der „Schlafseite“. Diese Menge entspricht ca. anderthalb Tapes oder sechs Bondings. Wir empfehlen zwischen 90 und 120 Euro abzurufen, bei einem Materialeinsatz von 12 bis 15 Euro. Ein routinierter Friseur kann solch eine Dienstleistung in 20 Minuten anbieten.
Wo sehen Sie die Entwicklung am Markt der Haarverdichtung?
AW-R: In unserer Gesellschaft steigt die Bereitschaft, im höheren Alter jung aussehen zu wollen. Und da Haare immer feiner und lichter werden, besteht Bedarf, dem entgegenzusteuern. Haarverdichtung ist ein wachsender Markt.
Was hindert Salons daran, dabei zu sein?
AW-R: Unkenntnis. Ich glaube tatsächlich, dass Salons in der Buchungsrate herkömmlicher Techniken gefangen sind und keine Möglichkeit finden, dies im Alltag zu integrieren. Wir hören das in erster Linie von guten Salons, die stark getaktet sind und zusätzliche Mitarbeitende dafür bräuchten.
Könnte man da ansetzen und Branchenneulinge, wie Quereinsteigende, speziell ausbilden lassen? Welche Voraussetzungen braucht ein Friseur für Combline?
AW-R: Keine speziellen. Wir behaupten sogar, je weniger man mit Extensions gearbeitet hat, umso leichter tut man sich. Wir haben das mit unseren Rezeptionistinnen getestet und waren begeistert, mit welcher Präzision sie gearbeitet haben. Also ja, es wäre eine Option, Leute speziell anzulernen.
Seit Anfang des Jahres gibt es die AVAcademy, ein Weiterbildungszentrum für markenunabhängige Extensions und Haarverlängerung. Ihr Alleinstellungsmerkmal sind die Azubi-Kurse.
AW-R: Das stimmt. Diese haben schon die Aufmerksamkeit der Handwerkskammer auf sich gezogen, die überlegen, Extensions zum Teil des Lehrplans zu machen und Azubis bei uns eine Woche lang unterrichten zu lassen. Wir können in unseren Räumlichkeiten bis zu 8 Personen unterbringen. Bei uns wird geschult, gekocht, gefeiert und übernachtet.
Gibt es bei Combline Billig-Konkurrenz aus dem asiatischen Raum?
AW-R: Wir haben einige Systeme selbst getestet und keines gefunden, mit dem die Haar-zu-Haar-Verbindungen so fein gearbeitet werden können. Wir unterscheiden uns von deren gesundheitsschädlichen Dämpfen und der Geruchsbelastung. Deren Kleber, der mit UV-Licht ausgearbeitet wird, wie man ihn von asiatischen Nagelstudios kennt, härtet in der Regel zu stark aus und schafft unschöne Verhärtungen an den Verbindungsstellen. Das eignet sich nicht für ein dauerhaftes, gutes Angebot.