Ich treffe Peter Schweizer in seinem sehr geschmackvoll eingerichteten Salon in Berlin. Alles, was mit seinem Job zu tun hat, macht er mit größter Leidenschaft und das seit vielen Jahren. Unzählige Ideen und Innovationen entstanden in seinem Kopf, vieles davon hat er umgesetzt. Früher war es um ihn herum gerne laut und groß. Heute mag er keine Hektik, er bevorzugt die leisen Töne, er hört gern zu und konzentriert sich auf das, was seine Kunden wollen. Und ist dabei so manchem, wieder einmal, einen Schritt voraus....
Fakten
- Lehre im elterlichen Geschäft in Krefeld
- 1978 erster "Cut Salon" in Deutschland in Krefeld
- Eröffnung der Friseurschule "Hair Factory"
- Haarschneideseminare und Shows für Wella
- Creative Director für Super Cut, Essanelle Deutschlandweit
- Personel Haircoach in Frankfurt/Main
- Intercoiffure Deutschland
imSalon: Welche Frage würdest du dir selbst stellen, könntest du dir eine Frage aussuchen?
P. Schweizer: Ich würde mich fragen, was mich langweilt.
imSalon: Ok, dann erzähl bitte. Was langweilt dich?
Mich langweilt es, wenn Kunden kommen und sagen: „Ach machen Sie doch mal, ich habe keine Idee.“ Früher fand ich das gut, heute furchtbar. Früher hätte ich allen ein Pony geschnitten, wenn Pony angesagt war. (Lacht!) Heute möchte ich herausfinden, womit der Kunde happy ist und genau das umsetzen! Nicht in eine Beurteilung gehen und bewerten, ob das schön ist oder nicht! Wenn der Kunde es für sich schön findet, es passt und machbar ist, dann mache ich das so.
Heute gibt es keinen festgelegten Looks mehr. Ich halte es für schwachsinnig, Kunden einen Kollektionslook aus irgendeiner Zeitung überzustülpen. Eine Kundin möchte heute individuell sein und schöne Haare haben!
"Ich halte es für schwachsinnig, Kunden einen Kollektionslook überzustülpen."
imSalon: Wo nimmst du deine Inspiration her?
Durch Face Reading. Das hilft mir, auf die Kunden einzugehen. Kollektionen überraschen mich schon länger nicht mehr, vielleicht habe ich dafür auch schon zu viele gesehen. Ich konzentriere mich auf das Face Reading und lasse mich durch das inspirieren, was meine Kunden an Erwartungen haben.
imSalon: Gibt es bei Dir im Salon Spezialisten?
Da lebt ein Zwiespalt in meiner Brust. Einerseits finde ich Spezialisierungen gut. Andererseits ist es schön, wenn eine Person eine Kundin komplett bedienen kann. Hier bei uns im Salon war die Idee, dass maximal 2 Personen an einem Kunden arbeiten. Wir haben kaum Musik im Laden, es soll ruhig und clean zugehen, man soll hier abschalten können. Selbst wenn der Laden voll ist, kommt keine Hektik auf, sicherlich auch deshalb nicht, weil wir unterschiedliche Räume für die verschiedenen Dienstleistungsbereiche haben. Das war uns sehr wichtig! Das unterscheidet uns von vielen anderen und macht sicherlich auch unser Erfolg aus. In einem Raum wird nur gewaschen, im anderen gefärbt, in einem weiteren bieten wir Kosmetik an. Und unser Herzstück ist der Färbetisch!

