Redakteurin Juliane Krammer im Gespräch mit maischön Inhaber Thomas Nöckl
Herr Nöckl, Sie haben vor Kurzem für Ihre Belegschaft eine Informationsveranstaltung zum Thema Teilzeit und Care-Arbeit organisiert. Wie kam es dazu?
Thomas Nöckl: Care-Arbeit wird von vielen Frauen geleistet, aber am Ende oft nicht so anerkannt oder abgesichert, wie es sein sollte. Viele übernehmen unbezahlte Arbeit in der Familie und haben dadurch gleichzeitig im Beruf Nachteile, weil sie in ihrer Karriere nicht so schnell vorankommen oder ihre Arbeitszeit reduzieren.
Für uns als Friseurunternehmen ist das besonders relevant, weil wir einen sehr hohen Frauenanteil haben. In unserem Betrieb sind rund 90 % Frauen beschäftigt. Durch Elternzeit, Kinderbetreuung oder andere familiäre Verpflichtungen fehlen uns Fachkräfte, die wir eigentlich gut brauchen könnten. Deshalb greifen wir das Thema bewusst auf.
Dafür haben Sie die Arbeiterkammer zu Ihrem Team geholt …
TN: Mir ging es darum, im Betrieb ein niederschwelliges Format zu schaffen. Jede Mitarbeiterin muss einmal davon gehört haben, was auf sie zukommt.
Sie haben den Info-Abend sehr attraktiv gestaltet. Es gab für die Teilnahme sogar eine Zeitgutschrift.
TN: Ja, wir haben ganz bewusst einen Anreiz gesetzt. Die Veranstaltung selbst dauerte eineinhalb Stunden, die Mitarbeiterinnen bekamen dafür aber drei Stunden gutgeschrieben.
Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht selbstlos, aber natürlich hat es auch für den Betrieb eine Bedeutung: Wenn wir erreichen, dass Mitarbeiterinnen langfristig besser abgesichert sind und so auch ihre Arbeitszeit wieder erhöhen, dann ist das für alle Seiten positiv.