Das heißt auch ihr Shop Konzept wird breiter?
DK: Wir möchten ein Tchibo-Store-Konzept in den Salons etablieren. Es wird dafür noch viel mehr geben. Wir bieten einen Kaffee aus eigener Rösterei an, führen einen eigens für uns produzierten Gin. Auch haben wir ein Kleinst-Mode-Label unter dem wir saisonale Modeitems präsentieren. Wir werden dem Kunden mehr anbieten als klassische Friseurdienstleistung und erhoffen uns Umsatzzuwachs durch Mehrwert.
Sehr spannend ein Tchibo-Shop-System im Salon, klingt nach wahrmachen der Empfehlungen aus Marketingseminaren für Friseure?
DK: Ja genau. Wir lassen alle Produkte für uns herstellen, regelmäßig neue. Das wird heute vom Kunden erwartet, dadurch generieren wir Zusatzumsatz. Ich möchte, dass die Kundin beim Verlassen unserer Salons daran denkt, dass sie noch ein Geburtstagsgeschenk braucht und eine Flasche Gin mitnimmt, sich in unserem „Tchibo“-Shop Ideen holt.
Wo siedeln Sie sich preislich an?
DK: Im oberen Mittel. Das justieren wir gerade nach, denn unsere neuen Salons sehen zu edel aus. Wir wurden von Kunden als Exklusiv Friseur wahrgenommen. Nun werden wir doch wieder plakativ unsere Preise aufhängen.
Wie sind sie eigentlich auf C&M gekommen? Haben sie gelesen, die sind insolvent und einfach zugeschlagen, das war ja erst im April?
DK: Tatsächlich so war es, als ich die Info las, habe ich sofort Interesse bekundet. Der Gläubigerausschuss hat unser Konzept für gut befunden und wir erhielten den Zuschlag. Unser Angebot wurde auch schnell akzeptiert. Die Übernahme erfolgte dann in weniger als 2 Monaten. Der aktuelle Geschäftsführer Sebastian Schäffler unterstützt uns im Übergang.
Müssen Sie die Verluste vorfinanzieren? Haben sie diese übernommen?
DK: Nein, wir haben das Unternehmen aus der Insolvenz übernommen und führen keine Altlasten mehr mit.
Es gibt aktuell einige andere Ketten, die Probleme haben und Standorte abstoßen. Haben Sie da bereits Gespräche geführt?
DK: Nein, bisher noch nicht. Man ist im Austausch, aber es hat noch keine Angebote gegeben. Wir möchten auch erstmal für uns auf Spur kommen und uns sauber aufstellen.
Wie ist die Stimmung bei den C&M Mitarbeitern!
DK: Die freuen sich, dass es weitergeht, es geht ihnen gut. Erstaunlich ist, wie extrem motiviert alle sind, als sie erfuhren, dass wir alle Salons renovieren.
Am liebsten hätte ich eine Großveranstaltung für alle gemacht, aber das geht corona-bedingt leider nicht.
Was sind ihre nächsten Schritte?
Wir strukturieren uns gerade, das beginnt bei Telefonverträgen, die umgeschrieben werden, bis hin zu neuen Bankverbindungen, quasi viel administrative Arbeit, die erledigt werden muss.
Im nächsten Jahr habe ich einen neuen überregionalen Bereichsleiter, der für die Geschäftsentwicklung verantwortlich sein wird. Parallel planen wir noch ein oder zwei fachliche Bereichsleiter in Deutschland. Schauen wir mal, was da kommt.
Sie renovieren wirklich alle Salons?
DK: Ja! Wir haben ein eigenes Bauteams unterwegs in ganz Deutschland, die nun sukzessive die Salons umbauen. Wir haben das große Glück gehabt, dass wir einen Messebauer gefunden haben, der uns alles was aus Holz ist, baut, er hat halt gerade Zeit.