"Mir war seit Beginn meiner Selbstständigkeit besonders wichtig, dass meine Salons laufen und auch ohne mich funktionieren."
Janina, du bist schwanger. Welche unternehmerischen Vorbereitungen bzw. Organisation im Team hast du veranlasst?
Janina Ehrenberg: Mir war seit Beginn meiner Selbstständigkeit besonders wichtig, dass meine Salons laufen und auch ohne mich funktionieren. Deswegen habe ich Verantwortungsbereiche abgegeben und Aufgaben verteilt. Einer trainiert Azubis, der andere macht Bestellungen, der nächste kümmert sich um die Ordnung im Salon, usw. Notfallnummern, Elektriker-Kontakt, etc., sind gesammelt und liegen für den Fall bereit.
"Da mein Team mit den eigenen Kunden sehr ausgelastet ist, wollte ich meine frei werdende Stelle besetzen. So können wir alle Kunden behalten."
Auf Instagram hast du eine neue Mitarbeiterin angekündigt, die deine Kundschaft übernehmen wird …
JE: Glücklicherweise hatte ich bis jetzt wenig Probleme mit dem Personal. Da aber mein Team mit den eigenen Kunden sehr ausgelastet ist, wollte ich meine frei werdende Stelle besetzen. So können wir alle Kunden behalten. Eine ehemalige Kollegin konnte ich für meinen Salon gewinnen. Sechs Wochen lange werde ich mit ihr gemeinsam im Salon sein, bis ich mich in den Mutterschutz verabschiede. Im Hintergrund kümmere ich mich lediglich noch um die Buchhaltung und werde da sein, um meinem Team den Rücken zu stärken.
Wie lange willst du dir eine Elternauszeit nehmen?
JE: Aktuell plane ich, ein halbes Jahr zu Hause zu bleiben. Da ich momentan noch direkt über meinem 2. Salon wohne, könnte ich so wieder schneller einsteigen. Meine Eltern sind in der Nähe und stehen als unterstützende Kinderbetreuung zur Verfügung. Ich habe aber auch noch Plan B und C, wenn ich doch ein Jahr zu Hause bleibe.
"Seit 20 Jahren arbeite ich 6 Tage die Woche, eine Auszeit habe ich mir noch nie genommen. Für die bevorstehenden Monate habe ich vorgearbeitet."
Bist du privat versichert oder bei der staatlichen Gesundheitskasse?
JE: Ich bin privat versichert, bekomme hier aber nur minimal Geld. Aktuell kläre ich ab, ob ich Elterngeld bekomme, was ich aber nicht glaube. Ich kann das aber gut überbrücken.
Seit 20 Jahren arbeite ich 6-7 Tage die Woche, eine Auszeit habe ich mir noch nie genommen. Für die bevorstehenden Monate habe ich vorgearbeitet. Außerdem ist es wichtig, dass ich mein Team weiterhin stärke und so ausgelastet bin, dass ich davon leben kann. Ich mache mir trotzdem Gedanken, was ich noch machen kann, um das Haus nicht verlassen zu müssen, damit Umsatz generiert wird und ich nicht untätig bin.
"Ich mache mir trotzdem Gedanken, was ich noch machen kann, um das Haus nicht verlassen zu müssen, damit Umsatz generiert wird und ich nicht untätig bin."
Hast du eine weitere Zusatzversicherung, um für den Mutterschutz und das Krankengeld abgesichert zu sein?
JE: Nein, ich bekomme kaum etwas von meiner privaten Versicherung, aber ich bin ein sehr sparsamer Mensch und wiege mich finanziell gerne in Sicherheit. Deshalb war meine oberste Priorität, immer gut zu wirtschaften und einen finanzielles „Sicherheitspolster“ zu haben.
"Ich habe mit einer Schwangerschaft gewartet, bis ich beruflich viel erreicht hatte und meine Karriere am Laufen war."
War dir vor der Schwangerschaft bewusst, dass du dich finanziell absichern musst?
JE: Mich verwundert nichts, denn für Unternehmer gibt es fast nie etwas. Es ist so schade, dass es jemandem, der viel arbeitet und Arbeitsplätze schafft, so schwer gemacht wird. Ich habe mit einer Schwangerschaft gewartet, bis ich beruflich viel erreicht hatte und meine Karriere am Laufen war. Jetzt passt es perfekt, ich bin gefestigt.