Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Michael Mayer, Ambassador für BaByliss, Celebrity-Stylist & Make-up Artist
Michael, du bist Profistylist im Retailbereich. Wo liegt der Unterschied zwischen der Arbeit mit StylistInnen und mit EndverbraucherInnen?
Michael Mayer: Ich finde es sehr erfüllend, EndkundInnen zu zeigen, wie sie ihr Haar selbst schön stylen können. Im klassischen Salonalltag kommt das leider oft zu kurz.
Du hast mir gerade einen großartigen Tipp für meinen Scheitel gegeben – den kannte ich tatsächlich noch nicht. Warum geben so wenige FriseurInnen solche Tipps weiter?
MM: Wenn man als Hairstylist sein Handwerk versteht und selbstbewusst ist, dann muss man keine Angst haben, dass einem die Kundschaft „wegläuft“. Ich sehe aktuell eine Entwicklung: Deutschland beginnt langsam, das Thema Hairstyling ernst zu nehmen – auch im Celebrity-Bereich. Lange Zeit waren wir da im internationalen Vergleich eher zurückhaltend, was die Buchung von professionellen Make-up-Artists und StylistInnen angeht. In Städten wie New York oder L.A. ist das längst Standard. Im Ausland boomen Blow-Dry-Bars – auch das ist ein gutes Beispiel.
Wie sieht das in Deutschland aus?
MM: Hier gehen KundInnen in erster Linie zum Friseur, um sich die Haare schneiden zu lassen – weniger, um sich stylen zu lassen. Aber das verändert sich. Es findet ein Umdenken statt, langsam aber sicher.
Ich weiß, über Celebrities spricht man nicht gern – aber gibt es Stars, mit denen du besonders gern zusammenarbeitest?
MM: Ich war wirklich überglücklich, als ich mit Nicole Kidman arbeiten durfte. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten.
Gab es ein besonderes Erlebnis mit einem Star, das dir in Erinnerung geblieben ist?
MM: (lacht und strahlt) Ja – ich durfte insgesamt fünfmal mit Anna Wintour arbeiten. Diese Frau ist unglaublich fokussiert. Mein Assistent und ich hatten exakt 30 Minuten – kein Smalltalk, nur: „Just do your job.“ Und dann bekam ich tatsächlich eine persönliche Karte von ihr: „Thank you, Michael. It was lovely meeting you. I hope to see you in Paris.“ Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke.