Die quirlige Innungsobermeisterin und LONDA Markenbotschafterin hat mittlerweile beide Berufe vereint. Lehren und frisieren. Und noch einiges mehr zu bieten! Wie sie Patrick Cameron zum Kopfschütteln bringt und der Generation Circle sie zum Kopfmenschen machen kann, darüber sprachen wir mit der „produktfaulen“ Markenbotschafterin.
Fakten
- 1 Salon in Zwickau PROHAAR | PROHAAR school
- seit 1999 Salon-Unternehmerin
- 12 Mitarbeiter | 230 m2 auf 2 Etagen
- Seit 24 Jahren freiberufliche Trainerin für Londa/Kadus/Clairol
- Markenbotschafterin und Creative Global Director LONDA Professional
- Innungsobermeisterin Zwickau
- 2004 German Hairdressing Award | Kategorie Damen Ost
imSalon: Bärbel, was mir, bei deiner Passion, sofort ins Auge fällt: 12 Mitarbeiter aber keine Azubis – wie das?
Bärbel: Ich finde keine. Es ist wirklich schwierig, niemand will in den Beruf! Nicht nur bei uns im Osten Deutschlands, sondern bundesweit haben wir doch alle Probleme, junge Leute zu finden! Und das wird in den nächsten Jahren auch nicht einfacher. Und ganz ehrlich, ich persönlich bin offen und megaoptimistisch, dass sich in der ganzen Flüchtlingssituation, in der sich unsere Gesellschaft derzeit befindet, auch etwas zum Positiven für unsere Branche entwickeln kann. Ich wünsche mir sehr, dass die Leute lernen, da offener zu sein.
imSalon: Was würdest du denn einen Azubi fragen, der bei dir anfangen möchte?
Wie finden es deine Eltern, dass du jetzt da sitzt? Denn ich habe die Eltern immer gern im Boot.
Was sind deine Hobbies? Was ist dir wichtig in deinem Privatleben?
"Zu DDR-Zeiten hast du 16, 17 Kunden hintereinander durchgearbeitet."
imSalon: Deine Mutter hat einen eigenen Salon aufgemacht, da warst du 10 Jahre alt. Hat dich das beruflich angesteckt?
Ich habe in den Ferien und an freien Tagen gern im Salon ausgeholfen, denn ich fand es immer schon toll, mein eigenes Geld in der Tasche zu haben. Aber Friseurin zu werden, war nicht der Plan. Ich wollte das Abitur machen und Lehrerin für Deutsch und Sport werden. Nur, da gab es dieses eine Fach, mit dem ich ein Problem hatte: Staatsbürgerschaftskunde – das war ja noch zu DDR-Zeiten. Ich bin dann doch Friseurin geworden, obwohl ich den Beruf nicht toll fand. Zu DDR-Zeiten hast du 16, 17 Kunden hintereinander durchgearbeitet und die, die nicht mehr dran kamen, sind am nächsten Tag wieder vor der Tür gestanden. Dann kam die Wende und die Kunden blieben aus. Da hatte die Marktwirtschaft gegriffen, ohne dass wir mit dem Begriff etwas anfangen konnten. Ich wollte den Beruf auch wieder sein lassen, weil ich einfach nicht den ganzen Tag im Salon stehen wollte, das war mir zu trist.
"Die Marktwirtschaft hatte gegriffen, ohne dass wir mit dem Begriff etwas anfangen konnten."
imSalon: Was hat deine Meinung geändert?
Ein Kadus Außendienstvertreter auf der Suche nach neuen Leuten, die die Marke unterstützen. Ich fand das interessant und war neugierig. Und ehrlich? Es ging mir damals auch ums Geld. 50 Mark am Tag, das war eine Menge! Es war toll, Kadus Professional nach vorn zu bringen und gemeinsam die Marke auszubauen, das ist immerhin jetzt 24 Jahre her.
ImSalon: Dann also Kadus und nicht mehr Londa, damals die klassische DDR-Marke. Hatte die ehem. DDR eigentlich auch andere Marken?
Nein, es gab ausschließlich Londa. Aber wie das so ist mit kleinen Kindern, die in einen Bonbonladen gehen, in dem alles bunt ist und in dem man kann viele, viele Bonbons probieren kann, war Kadus interessant. Aber nachdem wir die Marke Londa Professional in den letzten Jahren modernisiert haben, ein super Portfolio haben und wirklich toll aufgestellt sind, kann ich mir keinen besseren Partner mehr vorstellen.
imSalon: Mittlerweile kannst du mit dem Begriff Marktwirtschaft ja etwas anfangen: Wie entlohnst du denn deine Mitarbeiter?
Unterschiedlich, nach Leistung, Umsatz, Grundgehalt. Wobei ich das auch ganz pragmatisch sehe. Früher dachte ich immer, Leistung geht nur über Geld. Aber in den letzten Jahren habe ich gelernt, wie wichtig für die Mitarbeiter ein gutes Teamgefüge und eine gesunde Unternehmenskultur sind. Den Menschen ist ein guter Job in einer guten Umgebung wichtiger geworden.



