Der Friseurmarkt ist fragmentiert wie nie (Filialisten, Kleinstunternehmen, Barber, Billigsalons und ein immer kleiner werdender Mittelstand). Wie können wir dennoch einen gemeinsamen Nenner behalten?
HS: Es stimmt, der Friseurmarkt ist fragmentiert wie nie zuvor. Filialisten, Kleinstunternehmen, Barber-Shops und Billigsalons prägen ein vielfältiges, aber auch herausforderndes Marktbild. Doch trotz aller Unterschiede eint uns der grundlegende Wunsch nach Anerkennung, Wertschätzung und fairen Rahmenbedingungen für ein prosperierendes Handwerk. Wir sind der Überzeugung, dass der Zentralverband hier eine Plattform für alle Akteure im Markt bietet, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Lösungswege zu entwickeln und die Qualität sowie das Image des Berufsstands zu stärken.
Wer bis hier gelesen hat, wird bei dem formulierten Gedanken schmunzeln oder abwinken. Wer den Gedanken einer gemeinsamen Interessenvertretung durchspielt und ihm eine echte Chance gibt, wird nicht anders können, als zuzustimmen.
Welche Unterstützung benötigen die Friseure aktuell am dringendsten?
HS: Ganz klar: finanzielle Entlastung, Unterstützung im Kampf gegen den Fachkräftemangel und faire Wettbewerbsbedingungen. Die gestiegenen Kosten für Energie, Material und Personal belasten viele Betriebe enorm. Eine Reduzierung der Mehrwertsteuer wäre ein wichtiger Schritt. Zudem braucht es gezielte Förderprogramme für die Ausbildung, um Nachwuchs zu gewinnen und zu binden. Gleichzeitig müssen Politik und Behörden stärker gegen Schwarzarbeit und unlautere Konkurrenz vorgehen, die den Markt verzerren und ehrliche Betriebe in Bedrängnis bringen.
Die Denkfabrik des Zentralverbands ist euer Kick-off ins Jahr der Neuwahlen. Was dürfen BesucherInnen dort erwarten?
HS: Die Denkfabrik bietet eine einzigartige Plattform für die gesamte Branche. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf hochkarätige Impulse, spannende Diskussionen und einen offenen Austausch freuen. Hier sprechen wir Klartext, benennen die Probleme offen und entwickeln gemeinsam Lösungen. Es ist die Gelegenheit, sich zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und neue Wege für die Zukunft des Friseurhandwerks zu beschreiten.
Welche politischen Schritte setzt der Zentralverband fürs Friseurhandwerk 2025?
HS: 2025 wird für das Friseurhandwerk ein entscheidendes Jahr. Der Zentralverband wird sich politisch noch nachdrücklicher und sichtbarer für die Belange unserer Branche einsetzen. Dazu gehört der Kampf für die Mehrwertsteuersenkung, die Förderung der dualen Ausbildung, die Entlastung kleiner und mittelständischer Betriebe sowie der Einsatz für fairen Wettbewerb. Gemeinsam mit allen Friseurinnen und Friseuren werden wir dafür sorgen, dass die Interessen des Handwerks Gehör finden – in der Politik, in der Öffentlichkeit und in der Gesellschaft.
Am 27. Januar treffen wir den Zentralverband beim Zukunftskongress in Berlin. Auf welchen Austausch freust Du dich besonders?
HS: Der Zukunftskongress ist eine hervorragende Gelegenheit, um den Austausch mit allen Beteiligten unserer Branche weiter zu vertiefen. Besonders freue ich mich auf die Diskussionen mit innovativen Köpfen, Branchenexpertinnen und -experten sowie auf die Gespräche mit politischen Vertreterinnen und Vertretern. Der Austausch mit der Politik ist von großer Bedeutung. Es bietet uns die Chance, die zentralen Anliegen des Friseurhandwerks direkt noch vor den Neuwahlen zu platzieren.
Vielen Dank an den Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks für die wertvolle Unterstützung!
Am 26.1.2025 lädt der ZV DENKFABRIK nach Berlin, um einen neuen Weg des Miteinanderredens zu gehen und lädt unter dem Motto "Arbeit heute / Arbeit morgen" ein. ► Denkfabrik 2025!
Am 27.1.2025 kämpfen wir gemeinsam für die Zukunft der Friseurinnen und Friseure, seid dabei beim ► Zukunftskongress!