+++ Artikel vom 05.06. aktualisiert am 28. Juli +++
Die Bundesregierung hat mit einem neuen Referentenentwurf vom 7. Juli 2025 einen weiteren Anlauf zur Modernisierung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) unternommen. Der Branchenkatalog wird um das „Friseur- und Kosmetikgewerbe“ erweitert. Dieser Gesetzentwurf ist von der Bundesregierung noch nicht beschlossen worden, womit alle Regelungsvorschläge des Referentenentwurfs noch unter dem Vorbehalt der abschließenden Einigung der Ressorts stehen, wie das Bundesfinanzministerium bekannt gibt. (Bundesfinanzministerium)
Der Zentralverband des Friseurhandwerks begrüßt die Aufnahme des Friseurhandwerks in den Katalog der Schwarzarbeitsbranchen, wie in einer offiziellen Stellungnahme vom 14.07. bekannt gegeben.
Friseurhandwerk vor Aufnahme ins Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz
Gerade einmal 0,7 % der deutschen Friseur- und Kosmetikbetriebe wurden im Jahr 2024 vom Zollamt kontrolliert. Viel zu wenig, sind sich alle einig – denn dem Friseurhandwerk entgehen jährlich mindestens 1,4 Mrd. € Umsatz. Die Schattenwirtschaft im privaten Bereich ist dabei noch nicht einmal mit eingerechnet.
Gute Nachrichten kommen nun von der Koalition, die angekündigt hat, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. So steht das Friseurhandwerk kurz davor, in den Katalog der besonders überwachungsbedürftigen Branchen gemäß dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) aufgenommen zu werden. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen illegale Beschäftigung und für faire Wettbewerbsbedingungen in der Branche.
Das Thema wird schon seit Langem diskutiert – sei es als zentraler Bestandteil des Zukunftskongresses oder in Interviews mit Politiker:innen auf imSalon. Holger Stein begrüßt diese Entwicklung, für die sich auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks seit Langem starkmacht: „Das Friseurhandwerk ist von Schwarzarbeit massiv betroffen. Es schadet nicht nur dem Steuer- und Sozialsystem, sondern gefährdet auch die Existenz legal arbeitender Betriebe!" Endlich gehört zu werden, ist für den Geschäftsführer des ZV ein wichtiges politisches Signal.