Kommentar von Bianca und Peter Zöllner, Unternehmensberatung
Ausgangslage: Mindestlohn, Lohnerhöhungen und ihre realen Effekte
In der öffentlichen Diskussion werden regelmäßige Mindestlohnerhöhungen häufig als Erfolg für Arbeitnehmer dargestellt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Bild jedoch differenzierter: Die größten Profiteure sind nachweislich die Sozialkassen und der Staat, da ein erheblicher Anteil jeder Lohnerhöhung direkt in Steuern und Sozialabgaben fließt.
Für Betriebe – insbesondere Friseursalons – stellt dies eine zunehmende finanzielle Belastung dar, während für die Mitarbeitenden netto oft deutlich weniger ankommt, als die prozentuale Erhöhung vermuten lässt.
Beispielrechnung: Warum 20 % Lohnerhöhung nicht 20 % mehr netto bedeuten
Nehmen wir eine Lohnerhöhung von 20 % an.
- Für den Salon steigen die gesamten Personalkosten ebenfalls um 20 %.
Das liegt an der Kopplung aller Lohnnebenkosten an das Bruttogehalt. - Beim Mitarbeitenden kommen netto jedoch nur etwa 16 % an.
Grund: Steuerprogression
Diese Struktur ist politisch gewollt und seit Jahrzehnten im System verankert. Es hilft daher wenig, sich ausschließlich über Mindestlohnerhöhungen zu beklagen – das Problem ist systemisch und betrifft alle Branchen.