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22.07.2026

Mehr Umsatz, kein Wachstum: Das Friseurhandwerk stagniert

Die Umsätze deutscher Friseursalons steigen, zumindest auf dem Papier. 2024 erwirtschaftete die Branche 7,73 Milliarden Euro netto, 2025 steigen die Umsätze um 2,2 % auf hochgerechnet 7,9 Milliarden. Doch hinter dem nominalen Plus steckt kein echtes Wachstum. Alle Details…

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Kurzüberblick

2024

  • 7,73 Mrd. € Nettoumsatz
  • +3,2 % nominal zum Vorjahr
  • Ø Inflationsrate Deutschland 2,2 %

2025

  • hochgerechnet rund 7,9 Mrd. € Umsatz
  • +2,2 % nominal zum Vorjahr
  • Ø Inflationsrate Deutschland 2,2 %
  • +3,6 % Preise Damenfriseur
  • +3,4 % Preise Herren/Kinder

Q1/2026

  • +2,8 % nominal
  • -1,3 % preisbereinigt

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Im Jahr 2024 verzeichneten deutsche Friseursalons einen Nettoumsatz von 7,73 Milliarden Euro. Ohne Preisbereinigung ist das ein Umsatzplus von 3,2 % zum Vorjahr.

Auch im Jahr 2025 verzeichnet das Friseurhandwerk ein nominales Umsatzplus von 2,2 % zum Vorjahr. Hochgerechnet ergäbe das einen Umsatz von 7,9 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Nettoumsatz im Friseurhandwerk in Mrd. Euro

Deutschland, 2010-2025

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) | *Hochrechnung

Anzumerken ist, dass die oben gezeigte Umsatzentwicklung den Umsatz von umsatzsteuerbefreiten Kleinunternehmern nicht einbezieht, somit fehlt Umsatz von über 19.200 nicht steuerbaren Kleinunternehmen. Mit der Anhebung der Umsatzsteuergrenze im Jahr 2025 auf 25.000 € wird der nicht erfasste Umsatz zudem steigen.

Friseurunternehmen nach Umsatzgrößenklassen

Deutschland 2024

Quelle: Näherungswerte basierend auf Daten von ZDH, BGW & Destatis

Trügerisches Umsatzwachstum

Auf den ersten Blick wirkt die Umsatzentwicklung im Friseurhandwerk positiv. Umsatzplus Jahr für Jahr und das gleich oder sogar über der allgemeinen Inflationsrate. Doch sieht man sich die inflationsbereinigten Daten an, steht hier kein Wachstum, sondern realer Rückgang.

Seit dem 1. Quartal 2026 veröffentlicht das statistische Bundesamt erstmals preisbereinigte Umsatzdaten. Die Daten der vierteljährlichen Handwerksberichterstattung wurden zudem auf die Wirtschaftszweigklassifikation WZ2025 umgestellt (früher: WZ08-9602 Frisör- & Kosmetiksalons NEU: WZ25-9621 Frisör- & Barbiersalons). Daher wurde ein neues Basisjahr (2025) gesetzt. Aufgrund dieser Änderung kommt es zu einem Bruch in der Zeitreihe zu bisherigen Veröffentlichungen des statistischen Bundesamtes. Die Daten lassen sich daher nicht in direkten Vergleich setzen.

Laut vorläufigen Daten erwirtschaftete das Friseurhandwerk im ersten Quartal 2026 ein nominales Umsatzplus von 2,8 % im Vergleich zum ersten Quartal 2025. Preisbereinigt zeigt sich hier allerdings ein Rückgang von 1,3 % zum Vorjahresquartal.

3,6 % Preissteigerung bei Friseurdienstleistungen

Als personalintensives Handwerk ist der Friseurberuf unter anderem besonders von steigenden Personalkosten betroffen. Die Preise für Friseurdienstleistungen stiegen im Jahresdurchschnitt 2025 um 3,6 % für Damenfriseure und 3,4 % bei Herren und Kindern.

Mehr Umsatz bedeutet nicht automatisch mehr Gewinn, mehr Stabilität oder mehr wirtschaftlichen Spielraum. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob die Branche mehr Umsatz macht, sondern ob dieser Umsatz real trägt. Für SalonunternehmerInnen bleiben Preisanpassungen notwendig, reichen allein aber nicht aus.

Quellen

Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldung), Statistisches Bundesamt (Destatis), 07.07.2026
Tabelle 73311-0002

Vierteljährliche Handwerksberichterstattung, Statistisches Bundesamt (Destatis), abgerufen 07.07.2026
Tabelle 53211-0004

Vierteljährliche Handwerksberichterstattung (Archiv), Statistisches Bundesamt (Destatis), Presseanfrage 06.07.2026

Verbraucherpreisindex, Statistisches Bundesamt (Destatis), abgefragt 08.07.2026
Tabelle 61111-0003

 

Hinweis zur Datenlage

Die in diesem Artikel genannten Umsatzzahlen basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes/Destatis. Sie beziehen sich auf deutsche Unternehmen im Wirtschaftszweig WZ08-96021 „Frisörsalons“, jeweils ohne Umsatzsteuer, nicht preisbereinigt und ohne Umsätze von Kleinunternehmen (< 22.000€) sofern nicht anders gekennzeichnet.

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