Trügerisches Umsatzwachstum
Auf den ersten Blick wirkt die Umsatzentwicklung im Friseurhandwerk positiv. Umsatzplus Jahr für Jahr und das gleich oder sogar über der allgemeinen Inflationsrate. Doch sieht man sich die inflationsbereinigten Daten an, steht hier kein Wachstum, sondern realer Rückgang.
Seit dem 1. Quartal 2026 veröffentlicht das statistische Bundesamt erstmals preisbereinigte Umsatzdaten. Die Daten der vierteljährlichen Handwerksberichterstattung wurden zudem auf die Wirtschaftszweigklassifikation WZ2025 umgestellt (früher: WZ08-9602 Frisör- & Kosmetiksalons NEU: WZ25-9621 Frisör- & Barbiersalons). Daher wurde ein neues Basisjahr (2025) gesetzt. Aufgrund dieser Änderung kommt es zu einem Bruch in der Zeitreihe zu bisherigen Veröffentlichungen des statistischen Bundesamtes. Die Daten lassen sich daher nicht in direkten Vergleich setzen.
Laut vorläufigen Daten erwirtschaftete das Friseurhandwerk im ersten Quartal 2026 ein nominales Umsatzplus von 2,8 % im Vergleich zum ersten Quartal 2025. Preisbereinigt zeigt sich hier allerdings ein Rückgang von 1,3 % zum Vorjahresquartal.
3,6 % Preissteigerung bei Friseurdienstleistungen
Als personalintensives Handwerk ist der Friseurberuf unter anderem besonders von steigenden Personalkosten betroffen. Die Preise für Friseurdienstleistungen stiegen im Jahresdurchschnitt 2025 um 3,6 % für Damenfriseure und 3,4 % bei Herren und Kindern.
Mehr Umsatz bedeutet nicht automatisch mehr Gewinn, mehr Stabilität oder mehr wirtschaftlichen Spielraum. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob die Branche mehr Umsatz macht, sondern ob dieser Umsatz real trägt. Für SalonunternehmerInnen bleiben Preisanpassungen notwendig, reichen allein aber nicht aus.
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