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Lars Nicolaisen | Credit: Nicolaisen

10.07.2026

Insolvenzverfahren: Neuaufstellung von Nicolaisen Intercoiffure Hamburg

Das traditionsreiche Hamburger Friseurunternehmen Nicolaisen will sich mithilfe eines Insolvenzverfahrens neu aufstellen. Der Betrieb an allen drei Standorten läuft uneingeschränkt weiter.

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Das Hamburger Friseurunternehmen Nicolaisen hat beim zuständigen Amtsgericht ein Insolvenzverfahren beantragt. Ziel des Verfahrens ist es, das wirtschaftlich gesunde Unternehmen von finanziellen Altlasten zu befreien und langfristig zukunftssicher aufzustellen. Der Geschäftsbetrieb läuft in allen drei Nicolaisen Salons ohne Einschränkungen weiter.

Nicolaisen betreibt insgesamt drei Friseur-Salons in der Hansestadt. Von dem Verfahren betroffen ist die Nicolaisen GmbH & Co. KG mit ihren Standorten im Mundsburg Center „Hamburger Meile“ sowie in der Europa Passage am Ballindamm.
Der dritte Nicolaisen-Salon im Stadtpalais wird von einer eigenständigen Gesellschaft betrieben und ist nicht Teil des Insolvenzverfahrens.

Das Amtsgericht Hamburg hat Fachanwalt Ingmar Jarchow von der Kanzlei Turner Legal zum Insolvenzverwalter bestellt, der die Sanierung überwachen wird. Die Geschäftsführung wird dabei vom Rechtsanwalt Dr. Thilo Streck, seines Zeichens Partner der Kanzlei Weiland Rechtsanwälte, beraten.

Nicolaisen hat sich seit der Gründung 1933 einen festen Platz in der Hamburger Friseurlandschaft erarbeitet und auch überregional einen Namen gemacht. Mit derzeit rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut Nicolaisen in seinen repräsentativen Salons monatlich mehr als 800 Kundinnen und Kunden, zu denen auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Hamburg zählen.

Pandemie-Nachwirkungen als Insolvenzauslöser

Hauptgründe für den Insolvenzantrag sind vor allem finanzielle Verpflichtungen, die noch aus der Zeit der Corona-Pandemie stammen. Trotz einer grundsätzlich profitablen Geschäftsentwicklung belasten insbesondere damals aufgenommene Kredite und veränderte Rahmenbedingungen das Unternehmen bis heute.

„Unsere Salons sind etabliert und arbeiten operativ erfolgreich. Die Nachfrage ist gut und wir verfügen über einen treuen Kundenstamm. Die wirtschaftlichen Herausforderungen resultieren vorrangig aus den finanziellen Folgen der Pandemie und aus einer Zeit, als Nicolaisen Intercoiffure Hamburg noch wesentlich größer war“, erklärt Geschäftsführer Lars Nicolaisen. „Mit dem Antragsverfahren schaffen wir jetzt die Voraussetzungen, diese Altlasten hinter uns zu lassen und unser Unternehmen für die Zukunft dauerhaft solide aufzustellen.“

Mitarbeiterstab wird gehalten

Für Kundinnen und Kunden ändert sich durch das beginnende Insolvenzverfahren nichts. Alle drei Standorte bleiben geöffnet, vereinbarte Termine finden wie geplant statt und sämtliche Dienstleistungen werden unverändert angeboten.

Ein besonderer Fokus liegt auf der langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze. Um die hochqualifizierten Friseure dauerhaft an das Unternehmen zu binden, wurden die Löhne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angehoben. Die daraus resultierenden Mehrkosten werden durch eine moderate Preisanpassung ausgeglichen. Je nach Leistung erhöhen sich die Preise durchschnittlich um drei bis fünf Euro pro Haarschnitt.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Herz unseres Unternehmens. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, gute Arbeitsbedingungen und eine attraktive Bezahlung anzubieten. Diese Investition stärkt unser Unternehmen und unsere Servicequalität nachhaltig und kommt so letztlich auch unseren Kundinnen und Kunden zugute“, so Lars Nicolaisen.

Der Antrag ist für Lars Nicolaisen kein Zeichen des Rückzugs, sondern ein bewusster Schritt nach vorne: „Unser Ziel ist es, gestärkt aus diesem Verfahren hervorzugehen und unsere Salons langfristig erfolgreich weiterzuführen“, betont Lars Nicolaisen. „Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden ausdrücklich für ihre langjährige Treue danken. Das Vertrauen, das uns täglich entgegengebracht wird, ist sehr motivierend für die anstehenden Aufgaben.“

Mit dem Verfahren nutzt das Unternehmen ein modernes Sanierungsinstrument des deutschen Insolvenzrechts. Die Geschäftsführung bleibt handlungsfähig und steuert die Restrukturierung weiterhin selbst – begleitet von erfahrenen Sanierungsexperten und unter Aufsicht des Gerichts. Ziel ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft zu sichern und die Zukunft der Hamburger Salons langfristig zu gewährleisten.

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