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02.04.2025

Friseurmarkt Deutschland in Zahlen

Weniger Friseurinnen und Friseure, fehlende Auszubildende, knapp 30% Kleinunternehmer, und die große Frage, wohin wird das führen?

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Aktualisiert am 10.03.2026

Um einen aussagekräftigen Gesamtüberblick über das deutsche Friseurhandwerk zu erlangen, haben wir alle verfügbaren Daten der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zusammengetragen, ergänzt und aufbereitet.

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Umsatz Friseurhandwerk

Im Jahr 2024 stiegen die Umsatzzahlen im Friseurhandwerk weiter an.
2024 betrug der Nettoumsatz im Friseurhandwerk 7,73 Mrd. €, ein Plus von 3,2 % zum Vorjahr.

Für 2025 wird nach vorläufigen Zahlen ein Umsatzplus von 2,2 % erwartet. Der Umsatzanstieg läge damit gleichauf mit Inflationsrate von 2,2 %. Nach Hochrechnung, unter Einbezug der erwarteten Umsatzentwicklung und den Umsatzzahlen 2024, läge der Jahresumsatz 2025 damit bei etwa 7,9 Mrd. €.

Anteil mehrwertsteuer-befreiter Kleinunternehmen

Unternehmen nach Umsatzgrößenklassen

Deutschland, 2023

Quelle: Näherungswerte basierend auf Daten von ZDH, BGW & Destatis

Etwa 19.400 Friseurunternehmen (Näherungswert) erwirtschafteten 2023 weniger als 22.000 € und fallen damit voraussichtlich in die Kleinunternehmerregelung. Das bedeutet etwa 27 % der einheimischen Friseurunternehmen sind umsatzsteuerbefreit.

Wie sich der Näherungswert der Kleinunternehmer ergibt: HIER

Anzahl Friseurbetriebe und Friseurunternehmen

Die Zahl der Friseurbetriebe in Deutschland stagniert, während die Zahl der Unternehmen mit steuerbarem Umsatz wieder leicht ansteigt.

Anzahl Friseurbetriebe

Deutschland, 2010 - 2024

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V.

Zum Jahresende 2024 wurden 80.364 Betriebe gezählt. Das ist ein Rückgang zum Vorjahr von 0,14 %.

Friseurunternehmen

Die Anzahl an Friseurunternehmen mit steuerbaren Umsätzen und/ oder sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt seit 2022 wieder. Im Berichtsjahr 2023 sahen wir erneut einen, wenn auch geringen, Zuwachs. Mit einem Plus von 0,2 % zum Vorjahr meldete das Statistische Bundesamt 52.755 Unternehmen im Friseurhandwerk.

Friseurunternehmen nach Anzahl tätiger Personen

Friseurunternehmen nach Anzahl tätiger Personen

Deutschland, 2023

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Legiglich 27% der deutschen Friseurunternehmen beschäftigten 2023 4 oder mehr Mitarbeitende.

Beschäftigte im Friseurgewerbe

Deutschland, 2014 - 2024

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.

Die Zahl der Beschäftigten scheint sich zu stabilisieren. 149.833 Beschäftigte zählte die Bundesagentur für Arbeit Ende 2024 im deutschen Friseurgewerbe. Das sind lediglich 0,2 % weniger als 2023. Damit liegt die Beschäftigtenzahl im Dezember 2024 19,6 % unter der Anzahl vor 10 Jahren und bedeutet einen Rückgang von 17,1 % im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019. Unter allen Beschäftigten im Friseurgewerbe befanden sich 9,1 % (13.743) in Ausbildung.
78 % (116.701) der Beschäftigten waren sozialversicherungspflichtig in Vollzeit oder Teilzeit angestellt, sowie 22 % (33.132) in geringfügiger Beschäftigung.

Beschäftigungsausmaß

Geringfügig
Im Dezember 2024 waren 33.132, also 22 % der Mitarbeitenden in den Salons, geringfügig beschäftigt. Anteilig hat sich die geringfügige Beschäftigung im deutschen Friseurhandwerk in den letzten 10 Jahren kaum verändert.

Vollzeit/Teilzeit

Beschäftigte in Vollzeit/Teilzeit

Deutschland, 2014 - 2024

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.

Bewegung herrscht unter den Sozialversicherungspflichtigen. Der Trend weg von der 40-Stunden-Woche setzt sich fort. So arbeiteten 2024 bereits 54% in Teilzeit. Das ist ein Anstieg von 16 Prozentpunkten seit 2014. Der Vollzeit-Anteil sank damit auf 46%.

Beschäftigung nach Gender: Mehr Männer, weniger Frauen

Veränderung sieht man in den vergangenen 10 Jahren auch in der Relation Friseur/ Friseurin.

Beschäftigte nach Geschlecht

Deutschland, 2024

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.

Ende 2024 waren 34.792 Männer im Berufsfeld Friseur beschäftigt. Die Anzahl männlicher Beschäftigter ist zum Vorjahr um 11,3 % gestiegen. Zu 2014 ist das ein Anstieg von 143 %. Lag der Anteil männlicher Friseure 2014 noch bei 7,7 %, lag dieser 2024 bereits bei 23,2 %.

Neben dem starken Anstieg an Männern im Friseurhandwerk ist der steigende Männeranteil auch dem überproportional hohen Rückgang weiblicher Friseure geschuldet. So gab es Ende 2024 33 % weniger Frauen als noch vor 10 Jahren, als der Anteil von Friseurinnen noch bei 92 % lag. Ein Drittel Frauen weniger in 10 Jahren führt 2024 zu einem Frauenanteil von 77 %. 

Ausländeranteil Beschäftigte im Friseurhandwerk

Beschäftigte nach Staatsbürgerschaft

Deutschland, 2014 - 2024

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.

Das Friseurhandwerk spielt eine wichtige Rolle bei der Integrationsleistung. Über ein Viertel (25,3 %) aller Beschäftigten im deutschen Friseurgewerbe, hatten laut Bundesagentur für Arbeit keine deutsche Staatsbürgerschaft. Mit 37.966 hat sich die Anzahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsbürgerschaft seit 2014 nahezu verdoppelt. Im gleichen Zeitraum ging die Anzahl Beschäftigter mit deutscher Staatsbürgerschaft um 33,5 % zurück.

Auszubildende im Friseurhandwerk

Die Anzahl der Auszubildenden im Friseurgewerbe durchbrach 2024 den Negativtrend. 13.889 Menschen befanden sich 2024 in Friseurausbildung. Mit 880 Azubis mehr als im Vorjahr, verzeichnete das Friseurhandwerk zum ersten Mal seit 16 Jahren einen Zuwachs, Plus 2,8 %. Damit lag 2024 65,7 % unter dem Höchststand von 40.454 Auszubildenden im Jahre 2008.

Auszubildende im Friseurhandwerk

Deutschland, 2014 - 2024

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V.

Anzahl Ausbildungsbetriebe

Nicht nur die Zahl der Auszubildenden stieg 2024 an. Auch die Anzahl der Ausbildungsbetriebe verzeichnete einen Zuwachs. Mit einem Plus von 2 % zum Vorjahr gab es in Deutschland 2024 8.169 Ausbildungsstätten. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks zählte Ende 2024 80.364 Friseurbetriebe, damit bilden nur 10% der heimischen Friseurbetriebe bilden noch aus.

Auszubildende im Friseurberuf nach Geschlecht

Bei der Geschlechterverteilung verhält es sich bei den Azubis ähnlich den Beschäftigten insgesamt. Der Männeranteil beim Nachwuchs stieg weiter an. Über ein Drittel der Friseurauszubildenden 2024 war männlich, während der Frauenanteil beim Nachwuchs auf 65,6% sank.

Die Anzahl an weiblichen Azubis ging zum Vorjahr um lediglich 0,7 % zurück, während die Männer einen starken Zuwachs von 10,2 % verzeichneten.
Im 10-Jahresrückblick hat sich die Zahl der männlichen Friseurazubis beinahe verdoppelt, während die Anzahl an weiblichen Auszubildenden um 56 % zurückging.   

Ausländeranteil der Auszubildenden im Friseurhandwerk

Die bereits angesprochene große Integrationsleistung der Branche zeichnet sich auch unter den Auszubildenden ab. 38 % der Auszubildenden haben keine deutsche Staatsbürgerschaft.

Alter bei Ausbildungsvertrag-Neuabschlüssen

Alter bei Neuabschluss eines Ausbildungsvertrages

Friseurhandwerk, Deutschland, 2024

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datensystem Auszubildende

20,2 Jahre, ist das Durchschnittsalter bei Abschluss eines neuen Ausbildungsvertrages im Friseurhandwerk. Basierend auf Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung sind 28,6 % unter 18 Jahren. 24,3 % der neuen Ausbildungsverträge werden von Personen mit 22 Jahren aufwärts geschlossen. 1050 Personen im Alter von 24+ haben sich 2024 für eine Friseurausbildung entschieden. 60, davon sogar im Alter von 40+.

Ältere Personen, insbesondere solche, die bereits über einen Berufsabschluss verfügen, tendieren eher zu einer beruflichen Umschulung als eine neue Ausbildung zu beginnen, oder erlangen den Berufsabschluss im dualen System über die Externenzulassungen. Diese sind in den Auszubildendendaten des BIBB nicht enthalten. Somit ist davon auszugehen das ältere Personen in der Statistik untererfasst sind. Eine konkrete Anzahl der Quereinsteiger ist für die Branche somit nicht festzustellen.

Vorzeitige Vertragslösungen

Ein weiterer Faktor des Auszubildendenmangels, ist die hohe Lösungsquote von 49,0%. So wurden laut BIBB im Berichtsjahr 2024 knapp die Hälfte der begonnenen Friseur-Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst. Die Lösungsquote im Friseurhandwerk war über die letzten 10 Jahre relativ gleichbleibend und lag nach minimalen Schwankungen lediglich einen Prozentpunkt über dem Wert von 2014.

Obwohl die Anzahl Auszubildender über alle Lehrjahre ähnlich verteilt ist, gilt das nicht für vorzeitige Vertragslösungen. Diese nehmen mit steigendem Ausbildungsfortschritt ab.

Vorzeitig gelöste Ausbildungsverträge im Friseurhandwerk

Deutschland, 2014 - 2024

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V.

3.947 Ausbildungsverträge wurden laut ZDH 2024 im Friseurhandwerk vorzeitig gelöst.

Dabei wurden 54 % der vorzeitigen Lösungen von Auszubildenden im ersten Lehrjahr durchgeführt. 30 % der Lösungen betrafen Azubis im zweiten Ausbildungsjahr und 16 % Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr.

Gesellenprüfungen

Im Jahr 2024 traten laut Zentralverband des Deutschen Handwerks 4.268 Personen zur Gesellenprüfung an. Das ist ein Teilnehmerrückgang von 10,4%. Mit 3.154 AbsolventInnen haben 73,9 % die Gesellenprüfung bestanden.

Die Erfolgsquote fällt bei den Herren deutlich niedriger aus. Während 58,5 % der von Männern angetretenen Gesellenprüfungen bestanden wurden, bestanden 81,5 % der Frauen.

Arbeitslosigkeit im Friseurhandwerk

Während der Markt händeringend nach Fachkräften sucht, gibt es nach wie vor eine hohe Anzahl an arbeitslos gemeldeten FriseurInnen. Die Anzahl arbeitslos gemeldeter Friseurinnen und Friseure ging 2025 zurück. So waren im Jahresdurchschnitt 2025 20.835 Personen im Friseurgewerbe arbeitslos gemeldet. 1,8% weniger als im Vorjahr. Hinzukommen hier 15.601 nicht arbeitslose arbeitsuchende Personen.

In Durschschnitt blieb eine offende Stelle 276 Tage unbesetzt. 

Arbeitslosigkeit im Friseurhandwerk

Deutschland, 2025

Quelle: Budesagentur für Arbeit

* = nichtarbeitslos arbeitsuchend

Zusammenfassung Friseurmarkt Deutschland 

  • 80.364 Friseurbetriebe
  • ca. 8.000 Friseurfilialen 
  • 52.755 Friseurunternehmen mit steuerbarem Umsatz
  • 7,73 Mrd. Euro Nettoumsatz
  • min. 27% Kleinunternehmer (< 22.000 € Jahresumsatz)

  • 149.833 Beschäftigte (Stichtag 31.12.2024)
  • 33.132 geringfügig Beschäftigte
  • 116.701 Voll-/ Teilzeitkräfte
  • Frauenanteil 77 %
  • Ausländeranteil 25,3 %

  • 13.889 Lehrlinge
  • 10 % der Salons bilden aus
  • 20,2 Jahre - Durchschnittsalter bei Neuabschluss eines Ausbildungsvertrages
  • 49 % vorzeitige Vertragslösungsquote 

  • 36.436 Personen arbeitslos/arbeitsuchend gemeldet
  • davon 57 % arbeitslos (20.835)

Hinweis: Einige Daten sind noch nicht auf Stand 2025, da diese erst im Verlauf der Folgejahre veröffentlicht werden. Wir werden den Beitrag entsprechend und regelmäßig aktualisieren. 

Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Quellen:

Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldung) Code: 73311-0002, Statistisches Bundesamt (Destatis), abgerufen 10.03.2026, www-genesis.destatis.de

Vierteljährliche Handwerksberichterstattung Code 53211-0004, Statistisches Bundesamt (Destatis), abgerufen 10.03.2026, www-genesis.destatis.de

Handwerkszählung, Code: 53111-0006, Statistisches Bundesamt (Destatis), abgerufen 10.03.2026, www-genesis.destatis.de

Beschäftigte nach Berufen, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen 10.03.2026, statistik.arbeitsagentur.de

Sonderauswertung, Bundesagentur für Arbeit, Abgerufen am 21.01.2026, statistik.arbeitsagentur.de

Datansystem Auszubildende, Bundesinstitut für Berufbildung (BIBB), abgerufen 10.03.2026, www.bibb.de

Betriebszahlen, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), abgerufen 10.03.2026,www.zdh-statistik.de

Lehrlingsbestand, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), abgerufen 10.03.2026,www.zdh-statistik.de

Statistik Datenbank - Lehrlinge: vorzeitig gel. Verträge, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), abgerufen 10.03.2026, www.zdh-statistik.de

Statistik Datenbank - Gesellenprüfungen, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), abbgerufen 10.03.2026, www.zdh-statistik.de

 

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