Die Ermittlungen führten zu einem 47-jährigen Tatverdächtigen, der in einem ersten Gerichtsverfahren im April 2024 wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung von Meisterprüfungszeugnissen und Sprachzertifikaten in 48 Fällen verurteilt wurde.
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Festnahmen: Handel mit gefälschten Meisterbriefen aufgedeckt
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Noch vor Beendigung des Gerichtsverfahrens waren erneut Fälschungen im ganzen Bundesgebiet in Umlauf. Der Schwerpunkt lag auf Bayern, NRW und Berlin. Der Verdacht fiel wieder auf den Tatverdächtigen, sein Netzwerk aus Zwischenhändlern und seine 41-jährige Lebensgefährtin. Aufgrund der hohen Zahl neuer Fälle rief die Kriminalpolizei Erlangen Ende 2024 die Arbeitsgruppe „Fälschung“ ins Leben, die zu Jahresbeginn 2025 mit Hausdurchsuchungen umfangreiche Beweismittel sicherstellen konnte.
Neben Meisterbriefen und -zeugnissen stehen die Täter im Verdacht unter anderem auch „Leben in Deutschland“-Zertifikate, Sprachzertifikate für die Einbürgerung und Bescheinigungen für das Sicherheitsgewerbe sowie Fachkundenachweise gefälscht zu haben. Die Käufer der Fälschungen bezahlten zum Teil fünfstellige Beträge, um Prüfungen und den Nachweis von Deutschkenntnissen zu umgehen.
Während der 47-Jährige vor seiner Verhaftung das Land verlassen konnte, wurden gegen seine Lebensgefährtin und einen weiteren, mutmaßlichen Zwischenhändler, Haftbefehle vollzogen.
Der Hauptverdächtige gab sich seinen „Kunden“ gegenüber als Mitarbeiter der Handwerkskammer aus und garantierte, die Fälschungen bei der HWK als „echt“ einzutragen. Hierzu kam es jedoch nie. Die Käufer der Fälschungen, die keine entsprechende Ausbildung oder Prüfung absolviert hatten, konnten mit den Fälschungen unter anderem Friseur- bzw. Barbershop-Betriebe und KFZ-Betriebe führen und Lehrlinge ausbilden.
Die Kriminalpolizei Erlangen weist in ihrer Presseaussendung ausdrücklich darauf hin, dass bereits der Kauf von Fälschungen strafbar ist ("Anstiftung zur Urkundenfälschung"). Dies gilt auch dann, wenn die Urkunden noch nicht im Rechtsverkehr genutzt wurden.
Quelle
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