Mit dem Positionspapier des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks und vielen Statistiken im Arm, empfing Salonunternehmer Maik Germer den amtierenden Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Meine, um auf die prekäre Situation im Friseurhandwerk aufmerksam zu machen. Hubertus Heil zeigte sich beeindruckt von der hohen Belastung im Friseurhandwerk und versprach, die angesprochenen Themen in die politische Diskussion einzubringen.
Wegmeyer Haarstudios ist ein familiengeführtes Friseurunternehmen mit Wurzeln im Landkreis Gifhorn. Der loyale Kao-Salon ist an 5 Standorten mit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv.
Maik, du hast gestern hohen Besuch empfangen. Wie war es mit Bundesminister Hubertus Heil?
Maik Germer: Es war ein fachlich professioneller und auch konstruktiver einstündiger Austausch. Wir sprachen über viele Themen, die die Branche bewegen und konkret natürlich unser Unternehmen betreffen. Aber natürlich sprachen wir auch über allgemein gesellschaftliche Themen, die Stunde verflog in jedem Fall viel zu schnell.
War Herr Heil denn gut vorbereitet?
MG: Ja, in jedem Fall wusste er alles über uns und er war sich auch bewusst, dass wir in einer Branche mit angeschlagenem Image in Deutschland sind.
Welche Beobachtungen zum Markt brachte er denn mit?
MG: Herr Heil war sehr persönlich und sieht vor allem die vielen Veränderungen in der Marktstruktur, wie zum Beispiel die vielen Barbersalons, die überall auch bei uns auf dem Land eröffnen.
Und habt ihr darüber gesprochen, wie es den Markt betrifft?
MG: Geldwäsche und Schwarzarbeit sind auch Herrn Heil ein Dorn im Auge. Er zeigte hier großes Verständnis und sieht starke Notwendigkeit, dass der Zoll dringend mehr Kontrollen durchführen muss. Es hapert auch hier an Personal beim Zoll, eine Aufgabe, die er gerne mitnimmt. Aber auch bei den Betriebsleiterbefähigungen sollte seines Erachtens mehr kontrolliert werden. Er möchte hier die regionalen Gewerbeaufsichtsämter stärker mit einbeziehen.
Was wollte er von Ihnen wissen?
MG: Wir sind relativ schnell in Marktstatistiken eingestiegen. Die wirtschaftliche Situation ist ihm bewusst und vor allem der massive Beschäftigtenschwund hat ihm zu denken gegeben. Vor allem die starke Entwicklung hin zu Teilzeit bezeichnet Herr Heil als demografischen Trend, den man in allen Branchen beobachtet. Hier war es mir jedoch wichtig, mit konkreten Beispielen aufzuzeigen, dass das Interesse aufzustocken oftmals nicht da ist. Nicht so sehr, weil Menschen nicht wollen, sondern, weil es schlichtweg keinen Sinn ergibt und sich finanziell nicht lohnt.