Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat den Berufsbildungsbericht 2025 veröffentlicht. Darin finden sich Analysen zum Ausbildungsmarkt 2024 und seinen Herausforderungen – darunter die Zusammenführung von Ausbildungsstellen und Bewerbern und der Rückgang an der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung. Wir haben die wichtigsten Daten des Berufsbildungsberichts kompakt für das Friseurhandwerk zusammengefasst.
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Unbesetzte Ausbildungsplätze trotz Überschuss an InteressentInnen – Berufsbildungsbericht 2025
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Unbesetzte Ausbildungsstellen trotz hoher Anzahl suchender Azubis
Eine der größten Herausforderungen im dualen Bildungssystem bleibt weiterhin die Zusammenführung von AusbilderInnen und Auszubildenden. Die Zahl der erfolglos angebotenen Ausbildungsstellen, sowie die Zahl der erfolglosen BewerberInnen sind signifikant. Das Friseurhandwerk ist besonders betroffen. Lag der Anteil erfolgloser BewerberInnen im dualen System bei 12,6 %, so haben 22,3 % (1.989) der BewerberInnen im Friseurhandwerk keinen Ausbildungsplatz gefunden. Gleichzeitig blieben 8,6 % (612) der angebotenen Ausbildungsstellen unbesetzt.
Dem Friseurhandwerk mangelt es scheinbar nicht an interessierten jungen Menschen, sondern an Ausbildungsplätzen. Denn es gibt deutlich weniger betriebliche Ausbildungsangebote als Bewerberinnen. Laut Datenreport des BIBB gab es 2024 7.143 betriebliche Ausbildungsstellen, dem gegenüber standen 8.943 Ausbildungsplatznachfragen.
Es besteht eine enorme Diskrepanz zu den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Hier gab es im Berichtsjahr 2024/25 lediglich 2.680 gemeldete Ausbildungsstellen im Friseurgewerbe, während 10.750 BewerberInnen registriert waren. Die Anzahl gemeldeter Ausbildungsstellen sinkt zunehmend (-27% in 2025), während die Anzahl interessierter Bewerber Jahr für Jahr steigt (+ 9 % in 2025)
BewerberInnen und gemeldete Ausbildungsstellen
Friseurgewerbe, Deutschland, 2015 - 2025
So kommen 2025 auf 100 der BA gemeldeten Ausbildungsplätze 400 InteressentInnen.
Die Gründe für die Probleme bei der Zusammenführung von Ausbildern und Auszubildenden sind vielfältig: Die Qualifikation passen nicht zum Anforderungsprofil, die Berufswünsche von Azubis stimmen nicht mit dem Bedarf der Ausbildungsstätten überein, es gibt unterschiedliche Kommunikationswege, oder Angebot und Nachfrage liegen in verschiedenen Regionen. Ein junger Mensch aus Bayern sucht wohl etwa selten nach einem Ausbildungsbetrieb in Bremen.
Mehr Kleinunternehmen, weniger Ausbildungsbetriebe
Die Ausbildungsbetriebsquote in Deutschland ist rückläufig. Den höchsten Rückgang verzeichnete das Metall- und Elektrogewerbe. Darauf folgen persönliche Dienstleistungen wie das Friseurhandwerk.
Die Ausbildungsbetriebsquote beschreibt den Anteil der Betriebe mit Auszubildenden an allen Betrieben mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Gezählt werden also nur Betriebe, die angebotene Ausbildungsplätze auch erfolgreich besetzen konnten. Zudem werden Betriebe im Friseurhandwerk immer kleiner. Der Rückgang der Ausbildungsbetriebsquote im Friseurhandwerk ist auf die stetig zunehmende Anzahl an Salons ohne Mitarbeitende und die fehlende Besetzung angebotener Ausbildungsplätze zurückzuführen.
Vorzeitige Vertragsauflösung
Die vorzeitige Vertragslösungsquote im Friseurhandwerk liegt mit 49,6 % deutlisch über dem Durchschnitt; in der dualen Ausbildung insgesamt lag diese bei 29,7 %.
Dabei gilt: Eine Vertragslösung bedeutet nicht zwingend einen Ausbildungsabbruch oder einen Berufswechsel. Die Gründe für eine vorzeitige Vertragslösung sind vielfältig.
Zusammenfassung
- 7.143 betriebliche Ausbildungsstellen 2024
- 8.943 Ausbildungsplatznachfragen
- 22,3 % fanden keinen Ausbildungsplatz (1.989)
- 8,6 % der Lehrstellen blieben unbesetzt (612)
- 2.680 der BA gemeldete Stellen
- 10.750 bei der BA registrierte BewerberInnen
- 1:4 Verhältnis Stellen / InteressentInnen
- 49,6 % Vertragslösungsquote im Friseurhandwerk
- 29,7 % Vertragslösungsquote in der dualen Ausbildung insgesamt
Quellen:
Berufsbildungsbericht 2025, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), abgerufen 07.11.2025, www.bmbfsfj.bund.de
Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2025, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), abgerufen 07.11.2025, www.bibb.de
Interaktive Statistik zum Ausbildungsmarkt, Bundesagentur für Arbeit, 07.11.2025, statistik.arbeitsagentur.de
Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen 06.11.2025, PDF AM-kompakt-Situation-Ausbildungsmarkt
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