imSalon Redakteurin Juliane Krammer im Interview mit Farb- & Stilberaterin Bettina Kohlweiss
imSalon: Farbberatung ist durch Social Media wieder stark im Gespräch. Ist das nur ein Hype oder bleibt das Thema?
Bettina Kohlweiss: Ich bin davon überzeugt, dass es bleibt. Die Ursprünge der Farbberatung liegen in Amerika. In den 80er-Jahren wurde sie großflächig bekannt und zeitversetzt kam das Thema nach Europa. Durch Social Media bekommt es jetzt noch einmal einen enormen Push.
Warum ist das Thema heute wieder so präsent und vor allem relevant für FriseurInnen?
BK: Menschen legen heute viel mehr Wert auf Individualität in allen Lebensbereichen. Dazu gehört auch das Erscheinungsbild, der persönliche Stil und natürlich die Frage: Welche Farben passen wirklich zu mir? Bei Haarfarben ist das genauso entscheidend. Sie sind direkt am Gesicht. Wenn wir einen Menschen wahrnehmen, sehen wir zuerst das Gesicht und die äußeren Begrenzungen, also Kopf, Frisur, Gesamtsilhouette. Deshalb ist die Frisur essenziell. Sie ist der Schlüssel für die gesamte Erscheinung.
Früher sprach man oft von vier Farbtypen. Heute gibt es aber viel mehr. Warum ist das komplexer geworden?
BK: Die vier Farbtypen waren lange die Basis. Aber irgendwann hat man erkannt: So einfach ist es nicht. Aus dieser Grundtheorie haben sich unterschiedliche Systeme mit bis zu 24 Typen entwickelt. Die Logik dieser Theorien ist ähnlich, aber die Nuancen unterscheiden sich stärker.