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Credit: Astrid Gaye

11.08.2026

„Mit Digitalem Trinkgeld umschiffe ich Abrechnung und Verteilung“

Losgelöst vom Kassensystem bietet Astrid Gaye in ihrem Salon an, digital Trinkgeld zu geben, da dieser Betrag für sie etwas Persönliches zwischen KundIn und StylistIn ist.

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imSalon Redakteurin Juliane Krammer im Interview mit Salonunternehmerin Astrid Gaye

Astrid, du hast bereits 2022 digitales Trinkgeld eingeführt. Führst du inzwischen einen vollständig bargeldlosen Salon?
Astrid Gaye: Nein, wir lehnen Bargeld nicht ab. Es spielt bei uns allerdings nur noch eine kleine Rolle. Maximal zehn Prozent der KundInnen bezahlen bar. Das digitale Trinkgeld habe ich als zusätzliche Möglichkeit eingeführt, vor allem, weil viele Menschen heute kaum noch Bargeld bei sich haben.

Wie hat sich das Trinkgeldverhalten in den vergangenen vier Jahren entwickelt?
AG: Mein Eindruck ist, dass die Schere weiter auseinandergeht. Wir haben sehr viele KundInnen, die ausgesprochen großzügig sind und ihre Wertschätzung mit einem entsprechenden Trinkgeld zeigen. Gleichzeitig gibt es einige, die gar nichts geben.

Wird digitales Trinkgeld inzwischen häufiger genutzt als Bargeld?
AG: Nein, aktuell wird Trinkgeld noch häufiger bar gegeben. Die Büchsen stehen nach wie vor an der Kasse. Die digitale Variante ist aber eine perfekte Alternative. Besonders jüngere KundInnen finden sie toll. Ich habe außerdem den Eindruck, dass Männer sie häufiger nutzen als Frauen.

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... aktuell wird Trinkgeld noch häufiger bar gegeben.

Wie funktioniert die digitale Lösung in deinem Salon?
AG: An unserer Kasse steht ein Aufsteller mit einem QR-Code und dem Satz „Trinkgeld macht glücklich“. Wer den Code scannt, wählt direkt die betreffende Mitarbeiterin oder den betreffenden Mitarbeiter aus und entscheidet selbst, wie viel Trinkgeld er geben möchte. Bezahlt werden kann beispielsweise über Apple Pay, Google Pay oder PayPal. Wenn das Zahlungsmittel bereits auf dem Smartphone hinterlegt ist, dauert der gesamte Vorgang nur wenige Sekunden.

Das Trinkgeld läuft also nicht über das Kassensystem?
AG: Genau, das war mir besonders wichtig. Ich stelle lediglich die Plattform zur Verfügung. Die Mitarbeitenden melden sich dort selbst an und das Geld wird direkt auf ihr eigenes Konto überwiesen. Ich habe weder mit der Abwicklung noch mit der Verteilung etwas zu tun. Es gibt auch einzelne Teammitglieder, die diese Möglichkeit nicht nutzen möchten. Selbstverständlich wird niemand dazu gezwungen.

Warum ist dir die direkte Zuordnung so wichtig?
AG: Weil es beim Bargeld genauso ist: KundIn entscheidet, wie viel der Stylist, die Stylistin oder der Auszubildende erhält. Für mich ist Trinkgeld etwas Persönliches. Die Menschen, die direkt an der Person gearbeitet haben, sollen es auch bekommen. Gleichzeitig komme ich gar nicht erst in die Situation, dass mir jemand unterstellen könnte, ich würde Trinkgeld nicht korrekt weitergeben. Die Lösung ist praktisch und für mich als Unternehmen vollkommen unkompliziert. Auch wenn unser Kassensystem digitales Trinkgeld abbilden könnte, würde das zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen. Durch die separate Plattform umschiffen wir diese Themen vollständig.

Für mich ist Trinkgeld etwas Persönliches.

Fallen bei der digitalen Zahlung Gebühren an?
AG: Ja, es wird eine kleine Gebühr berechnet. KundInnen können diese übernehmen, andernfalls wird sie vom Trinkgeld abgezogen. Der Salon ist daran nicht beteiligt.

Wie macht ihr eure Kundschaft auf das Angebot aufmerksam?
AG: Neben dem Aufsteller an der Kasse hatten wir insbesondere zu Beginn auch Hinweise an den Spiegeln. Oft ergibt sich das Gespräch aber ganz automatisch: Jemand steht an der Kasse und sagt, dass er kein Bargeld für das Trinkgeld dabeihat. Dann weisen unsere Mitarbeitenden auf den QR-Code hin.

Wie sieht für dich der ideale Bezahlvorgang der Zukunft aus?
AG: Ehrlich gesagt ist der Vorgang heute schon sehr einfach. Viele halten nur noch ihre Smartwatch oder ihr Smartphone an das Terminal. Wir akzeptieren fast alle Kreditkarten sowie Apple Pay und andere kontaktlose Zahlungsarten. Viel unkomplizierter kann es kaum noch werden.

Danke, Astrid, für den Einblick!

Über Astrid Gaye

Friseurmeisterin Astrid Gaye ist Inhaberin von M2 Hairculture im Frankfurter Ostend. Ihr Team besteht aus 7 HairstylistInnen sowie 4 Azubis. Der kao-Salon ist auf Haarfarbe spezialisiert.

www.m2-hairculture.com

@m2hairculture

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