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Credit: DDRockstar | Adobe Stock

13.06.2022

62,9 % Umsatzplus Friseur? Die nicht aussagekräftige Erhebung des Statistischen Bundesamt

Der Umsatz zulassungspflichtiger Handwerke im 1.Quartal 2022 entwickelt sich mit +16% positiv. Den stärksten Umsatzzuwachs verzeichneten dabei die Handwerke für den privaten Bedarf, hierzu trugen die Friseurunternehmen mit einem Plus von 62,9 % bei, ein Vergleich von Äpfel und Birnen ...

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Im 1. Quartal 2022 sind die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland gegenüber dem von der Corona-Pandemie geprägten 1. Quartal 2021 um 16,0 % gestiegen. Den stärksten Umsatzzuwachs verzeichneten dabei die Handwerke für den privaten Bedarf mit +36,8 %. Hierzu trugen besonders die Friseurunternehmen mit einem Plus von 62,9 % bei, die im Vorjahresquartal noch stark von den Corona-Einschränkungen betroffen waren 

Mit der Veröffentlichung der aktuellen Datenlage bemerkt das Statistische Bundesamt: "Dieser Anstieg ist vor dem Hintergrund der Preissteigerungen in den vergangenen Monaten zu betrachten." 

Diese Aussage ist zweifelsohne irreführend und zeichnet ein falsches Bild, zumindest für die Friseurbranche. 

Das 1. Quartal 2021 bestand aus genau einem Umsatz-Monat, denn Januar und Februar 2021 waren Friseurunternehmen lockdownbedingt geschlossen. Erst mit 1. März 2021 durften Friseurbetriebe wieder arbeiten. Freilich waren die darauffolgenden Märzumsätze bei vielen gigantisch, 2 volle Monate haben diese jedoch nicht ersetzt. Die knapp 63% Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr ist also weitestgehend der niedrigen Ausgangssituation im Vorjahr geschuldet. 

Ein Beschäftigungsrückgang von -7,1 % in Friseurunternehmen im Vergleich zum Vorjahr zeigt die beunruhigende Situation auf dem Mitarbeitermarkt. Viele MitarbeiterInnen der Branche sind in der Coronazeit abgewandert oder in die kleine Selbstständigkeit gegangen.

Höhere Preise haben zu Umsatzsteigerungen in Branchen wie Bau- (+26%), Ausbau- (+15%) und Kraftfahrzeuggewerbe (+14%) beigetragen. Aufgrund von gestiegenen Rohstoffpreisen und Lieferengpässen sind die Preise in diesen Branchen stark gestiegen. 

Umsatzplus von 36,8 % in den Handwerken für den privaten Bedarf

In allen Gewerbegruppen und allen Gewerbezweigen des zulassungspflichtigen Handwerks wurden im 1. Quartal 2022 höhere Umsätze als im Vorjahresquartal erwirtschaftet.

Den stärksten Umsatzzuwachs verzeichneten die Handwerke für den privaten Bedarf mit +36,8 %. Hierzu trugen besonders die Friseurunternehmen (+62,9 %) bei, die im Vorjahresquartal noch stark von den Corona-Einschränkungen betroffen waren. Es ist daher davon auszugehen, dass es sich bei den aktuellen Umsatzsteigerungen um Erholungseffekte handelt.

Aber auch die Preissteigerungen in den zurückliegenden Monaten haben zu dem Umsatzzuwachs beigetragen. Im Bauhauptgewerbe (+26,0 %), Ausbaugewerbe (+15,0 %), Handwerk für den gewerblichen Bedarf (+14,5 %) und Kraftfahrzeuggewerbe (+14,2 %) gab es ebenfalls zweistellige Umsatzsteigerungen. Im Gesundheitsgewerbe (+9,0 %) und Lebensmittelgewerbe (+8,0 %) fielen die Umsatzzuwächse etwas schwächer aus. Dies lag an den verhältnismäßig moderateren Entwicklungen bei den Gewerbezweigen der Zahntechniker (+2,8 %) und Fleischer (+2,6 %).

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Testinhalt

Beschäftigungsrückgang am deutlichsten in den Handwerken für den privaten Bedarf

In sechs von sieben Gewerbegruppen waren Ende März 2022 weniger Personen tätig als Ende März 2021. Die Beschäftigung nahm in den Handwerken für den privaten Bedarf mit -5,8 % am stärksten ab. Hauptgrund für diese Entwicklung ist der Rückgang bei den Friseurunternehmen (-7,1 %). Nur im Gesundheitsgewerbe stieg die Beschäftigung geringfügig um 0,1 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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