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21.10.2018

Messe HAARE 2018: Impressionen & mein FAZIT

Das bayrische Highlight im Herbst ist die Haare in Nürnberg, eine Messe, die in den letzten Jahren wacker kämpfte, während alle anderen Regionalmessen längst aufgaben. Man spürt die Bemühungen des Messeteams und den Einsatz für unsere Branche, das gibt der Messe eine Chance. Die Haare 2018 ist eine kleine, feine gelungene Regionalmesse mit guten Ausstellern und einer entspannt modernen Atmosphäre. 

Beim Betreten prägen Gieseke, Tondeo, Dyson und der Zentralverband das Bild. Groß mit vollem Angebot und mit hochwertig, edlem Standdesign, viel Galnz und schwarz. Tondeo expandiert stärker in den Barbermarkt der Schneidemaschinen und setzt sich mit Andis vom Barberoverload im hinteren Messebereich ab. Wie bereits in London beobachtet geht der Männer-Trend weg vom nostalgisch Apothekerischen hin zum Businesslikigen… hier in Ansätzen erkennbar. 

Parfumöle für den Bart, ja, das finde ich eine schöne Idee und toll inszeniert.

Extensions sind der Renner, Seamless1 haben mit Megaleinwand und bunten Präsentationen den Hinguckerstand schlechthin. Von den altbekannten Extensionsanbietern hört und sieht man nichts mehr. 

Innovationen fehlen, am ehesten erfüllt Dysons neuer Airwrap diese Aufgabe. Nach Föhn wollen diese offensichtlich weiter die Branche erobern.

Das kulinarische Angebot im Salon soll kreativer werden: Von Kekserln mit Firmenlogo bis hin zu Suppentüten wird voll auf die Verpflegung unserer Kunden gesetzt. Vor allem das Gesunde soll Salonservice sein. Dabei stehen Begriffe im Raum wie ‚Regenerierung von Haarwuchs Brei‘ – kein Scherz -, Halswickel die Säure regulieren, Säuremagnete oder Zellspüler. Ein spannendes Angebot: Kleines, gesundes Frühstück mit dem Morgenstyling, warum nicht. 

Dabei grünt es sonst nicht wirklich. Coolness prägt die Produkte Optik, es fehlen irgendwie die ganzen grünen Marken. Lediglich Herbanima hatte immer Full Haus bei ihrer Pflanzenfarbe , hätte sich da nicht auch mehr gelohnt? London war hier prall gefüllt.

Dauerwellworkshops waren pumpvoll – ja richtig gelesen. War es Meininghaus, der begeisterte oder ist das Thema doch nicht so tot, wie alle immer meinen. Also hier war Begeisterung angesagt, da saßen mehr als bei manchem Farbworkshop.

Auch ohne eine große Fülle an Ausstellern macht die Messe was her, es verteilt sich, man kann atmen, reden und sich auf Shows konzentrieren, die beständig auch in diesem Jahr von den gleichen Namen wie im Vorjahr bespielt wurden.

Da freut man sich auf den Nachwuchs, der bei den Hair Games, alias deutsche und bayrische Meisterschaften zeigt, es gibt sie, die Jungen, die wollen.

Vor allem Frauen, zwei Barberinnen zeigen es der Männerwelt und holen sich die Trophäen der internationalen Barber-Awards

Ob es im nächsten Jahr weitergeht entscheiden die Aussteller sicher nach Kassensturz. Da hielt man sich noch bedeckt. 

FriseurIn kann an einem Sonntagnachmittag viel mitnehmen und das ist es doch, was zählt. Und so freuen wir uns auf 2019. 

Kommentar von Raphaela Kirschnick