imSalon: Und wie kam der Schnittbruder dazu?
MO: Wir haben früher schon in anderen Läden zusammen gearbeitet und Dennis, unser Schnittbruder war ein ehemaliger Azubi aus der Zeit. Er hat bei uns angefangen, wollte aber keine „Schwester“ sein.
imSalon: Auf eurer Webseite habt ihr einen Blog integriert, ihr verwendet Instagram, Facebook und Newsletter verschickt ihr natürlich auch. Wie wichtig ist euch das Internet?
MO: Ja, klar ist uns das sehr wichtig. Wir halten die Augen offen und finden überall Bilder. Das war am Anfang gar nicht einfach und wir dachten uns, dass wir ja auch weniger machen können. Unsere Kunden meinten aber dann, sie warten schon jeden Morgen auf unsere Postings. Wir machen da auch alles selber, wir lassen das nicht von irgendeiner Agentur machen, sondern sitzen da immer selbst dahinter. Über Facebook kriegen wir auch viele Ideen und viel Input von Kunden und Freunden, z.B hat heute wer gepostet, dass man für den guten Zweck Zöpfe spenden kann, für Leute, die an Krebs erkrankt sind.
"Wir nehmen uns nicht zu ernst, und das kommt gut an!"
imSalon: Wer hat bei euch die ganze Ideen zu den Foto-Shootings und Video-Produktionen?
MO: Das wächst einfach. Die Idee zum Video mit dem Feuerwehrauto hatten wir von einem Kunden, der wollte das gerne mit uns machen. Auch bei unseren Fotos machen wir immer verrücktes – wir wollen nicht „nett“ fotografiert werden, da sind wir gar nicht der Typ dafür. Die Fotos entstehen spontan, wir planen da nichts und nehmen uns nicht zu ernst. Und das kommt gut an! Dadurch sind wir schon ein richtiger „In“-Friseur geworden. Damit fühlen wir uns sehr wohl, aber das entstand auch eher aus Versehen (lachen).
imSalon: Was bedeutet für euch der Friseurberuf? War das immer schon euer Traum?
MO: Meiner schon. Und bei euch? (alle drei nicken) Wenn man scheisse drauf ist, kommen wir in den Laden und alles ist wieder gut. Wenn man nicht tut was man liebt, läuft man ohnehin nach drei Wochen Amok, das ist in jedem Beruf so.
imSalon: Muss man individuell sein, um in der Friseur-Branche erfolgreich zu sein?
MO: Ja schon, aber ich glaube dieses aufgesetzte individuelle kann nicht erfolgreich sein. Wir waren immer wie wir sind und wir wussten auch nie, ob unser Ding funktioniert, wenn wir nur ehrlich sind. Ich denke, wenn man raussticht, wird man auch Erfolg haben und wir stechen auf jeden Fall heraus – jeder für sich.
imSalon: Habt ihr mit eurem ungewöhnlichen Konzept auch mal negative Erfahrungen gemacht?
MO: Nein, eigentlich nicht. Am Anfang haben wir manchmal gehört, dass das in Berlin vielleicht funktioniert, aber nicht in einer Stadt wie Krefeld. Aber das war nur zu Beginn.
imSalon: Wie sieht es mit euren Produkten aus – TIGI passt vom Stil her sehr gut zu eurem Salon. Hattet ihr anfangs Zweifel, welche Marke ihr verwenden wollt?
MO: An TIGI haben wir nie gezweifelt. Ich arbeite schon seit Ewigkeiten mit TIGI, schon seit es noch eine ganz kleine Firma war und es funktioniert einfach.
imSalon: Wer hat euren Salon eingerichtet – und war es schwer die richtige Immobilie zu finden?
MO: Wir haben unseren Salon ganz zufällig gefunden, auf irgendeiner Immobilienplattform im Internet. Das war eine alte Halle, ich glaube es war mal eine Autowerkstatt. Wir haben viel umgebaut, aber auch viel so gelassen wie es war. Statt dem alten Rolltor haben wir eine große Glasfront eingesetzt. Es hat eigentlich alles mit einem alten Küchenschrank begonnen, den wir gekauft haben. Alles andere ist rundherum gewachsen. Wir haben alles selbst gekauft oder wir hatten eine Idee und haben es extra machen lassen. Ein Freund von mir ist Schreiner, der hat uns auch einiges nach unseren Entwürfen gebaut. Wir brauchten nie ein Einrichtungskonzept oder einen Saloneinrichter und es war immer ein bisschen chaotisch. Aber jetzt gefällt es uns sehr gut wie es geworden ist.
imSalon: Was inspiriert euch?
MO: Wir inspirieren uns selber (lacht). Bei uns gibt jeder seinen Senf dazu und dann sieht man, was daraus wurde. Zum Beispiel unser Färbetisch: Wir dachten, wir wollen nicht mehr an den Schnittplätzen färben, weil man sieht doch doof aus mit der Farbe am Kopf, wenn man sich da immer in den Spiegel schaut. Also haben wir einen runden Tisch zum Färben. Da haben sich schon einige Leute angefreundet, die quatschen da am Tisch oder Arbeiten auch, wenn sie wollen. Das hat sich auch einfach entwickelt.