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Jenna Miller, Samantha Schüller & Steffi Peters mit den Rage-Models, Credit: Leah Bethmann

08.07.2026

Mit Zwangsjacken und Buzzcut: Aufruf zur Branchen-Revolte

Samantha Schüller ruft in Hamburg on stage zu einer feministischen Branchen-Revolte auf und will so mit alten Rollenbildern abrechnen.

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Sowas hat die Friseur-Community in unseren Breiten noch nicht erlebt. Anstatt einer Bühnen-Performance mit Hair-Inspo bekamen die Hairfestival Hamburg BesucherInnen eine Systemkritik von Samantha Schüller serviert. Gemeinsam mit Steffi Peters und Jenna Miller nahm sich die Unternehmerin die Hauptbühne einer Haar-Veranstaltung und zeigte, dass diese auch für politische Inhalte genutzt werden kann.

Was hinter Rage steckt, beantwortet Samantha Schüller im Mini-Interview:

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Was war ausschlaggebend, um RAGE zu konzipieren?
Samantha Schüller:
Der absolute Status quo in unserer Gesellschaft. Wir arbeiten in einem Handwerk, das zu über 75 % von Frauen getragen wird. Und trotzdem wird Frauen von Anfang an subtil beigebracht, leise zu sein, schön zu lächeln und vor allem zu gefallen. Unsichtbare Zwangsjacken aus Erwartungsdruck, Schönheitsidealen, gesellschaftlichen Rollenbildern und veralteten Strukturen halten uns klein.

Wir arbeiten in einem Handwerk, das zu über 75 % von Frauen getragen wird.

 

So etwas wie im Hamburg hat die Branche bis jetzt noch nicht gesehen …
SS:
Wir wollten keine weichgespülte Show machen, die bloß nett aussieht und niemanden stört. RAGE war ein radikaler Befreiungsschlag, für uns alle. Die Performance – von den Zwangsjacken und dem geklebten Mund bis hin zur Unterwäsche und meinem spontanen Buzzcut auf der Bühne – war die unzensierte Realität. Wir wollten zeigen: Wir Frauen entscheiden selbst, wer wir sind und was Schönheit bedeutet. Niemand sonst.

Welche Message willst du Frauen der Branche mitgeben?
SS:
Hört auf, um Erlaubnis zu fragen. Hört auf, Angst davor zu haben, anzuecken oder als „zu laut“ und „zu emotional“ abgestempelt zu werden. Wer nur gefallen will, wird niemals ernst genommen. Wir müssen aufhören, uns gegenseitig zu konkurrieren, sondern uns radikal supporten. Wenn wir uns für Frauenrechte und Selbstbestimmung einsetzen, muss jede Frau im Raum aufstehen und applaudieren, anstatt nach „mehr Harmonie“ zu rufen. Solidarität unter uns Frauen kann die Welt verändern.

Wer nur gefallen will, wird niemals ernst genommen.

Welche Botschaft willst du den Branchen-Kollegen mitgeben?
SS:
Schaut hin und haltet den Spiegel aus. Es reicht nicht mehr, Frauen im Salon die Haare schön zu machen, aber wegzusehen, wenn es um ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Gleichberechtigung geht. Unterstützt die Frauen in euren Teams dabei, laut zu werden, Platz einzunehmen und die Bühnen zu dominieren. Richtige Partner haben keine Angst vor starken Frauen.

Unterstützt die Frauen in euren Teams dabei, laut zu werden, Platz einzunehmen und die Bühnen zu dominieren.

War RAGE ein Startschuss für mehr politische Bühnen-Performances?
SS:
Das wäre wünschenswert. Handwerk ist für uns nicht nur reine Dienstleistung, sondern Kunst, Kultur und Relevanz.
Wenn wir als Branche Relevanz und gesellschaftlichen Respekt wollen, dürfen wir uns nicht in eine oberflächliche Scheinwelt flüchten, sobald es mal unbequem wird. RAGE war erst der Anfang. Wir von der Kopfsache Akademie werden auch in Zukunft laut bleiben und die Finger in die Wunden legen. Die Hauptbühne gehört den Themen, die uns wirklich bewegen.

Danke für das Gespräch und alles Gute für deine Zukunft!

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