imSalon: Wie wichtig ist Dir das Thema Lifestyle und Gesundheit?
Jana Pätzold: Ich achte darauf, was ich esse, wo die Produkte herkommen und was im Abwasser landet. Für mich ist auch im beruflichen Umfeld wichtig, dass die Gesundheit der Haut erhalten bleibt. Dafür muss ich aber weder Yoga-Guru noch Veganerin sein (lacht)
Was machst Du nur für dich?
JP: Zeit ist mein größter Luxus. Ich sehe regelmäßig meine Freunde, bin gerne draußen und gehe im Wald spazieren: Das ist mein Rückzugsort, solche Momente genieße ich.
„In den meisten Salons sind zum Beispiel die Stühle zu niedrig“
Wie kann man etwas für die Gesundheit des Teams tun?
JP: Ich schicke natürlich niemand zum Yoga, das sind private Entscheidungen. Ich lege aber großen Wert darauf, bestmögliche Arbeitskonditionen zu schaffen. Meine Arbeitsplätze sind zum Beispiel so konzipiert, dass sie eine hohe Praktikabilität haben und nicht ungesund sind. In den meisten Salons sind zum Beispiel die Stühle zu niedrig. Das wirkt sich ungünstig auf Rücken und Organe aus.
Wie könnten auch andere Friseure den Arbeitsalltag verbessern?
JP: Ich denke, das hat sehr viel mit der persönlichen Einstellung zu tun, jenseits von pauschalen Freizeittipps oder -angeboten. Das Work-Life-Balance-Thema lässt sich nicht mit ein paar Allgemeinsätzen für jeden abhaken. Ich persönlich bin zum Beispiel eher der Typ, der weniger sogenannten Ausgleich braucht, weil ich meinen Beruf liebe und mir ein Leben ohne Arbeit gar nicht vorstellen kann.
Welche Möglichkeiten siehst Du, den Arbeitstag zu „entstressen“?
JP: Man sollte alles tun, um Stress gar nicht erst aufzubauen, statt ihn immer nur abbauen zu wollen. Ein gesundes Termin-System im Salon ist da extrem hilfreich. Wer im 15-Minuten-Takt KundInnen bedient, arbeitet unter Druck, das ist nicht gesund. Mal davon abgesehen, dass bei so einer Arbeitsweise kein Mensch optimale Leistungen erbringt. Wenn Arbeit wenig Freude bereitet, ist das demotivierend. Das ist eine totale Abwärtsspirale. Können Teams dagegen mit ausreichend Zeit eine Arbeit erbringen, auf die sie stolz sind, wirkt sich das auf ihr Wohlbefinden aus. Wenn in Summe alles stimmt, geht niemand gestresst nach Hause.
Klingt einleuchtend! Hast Du Achtsamkeitstipps für Friseure?
JP: Wenn man sich auf den Arbeitstag und alles, was dazu gehört, freuen kann, hat man einen ganz anderen Zugang. Manchmal braucht es nur eine mentale „Umprogrammierung“. im Idealfall sagt man statt „Ich muss jetzt arbeiten gehen“ eher „Ich darf jetzt arbeiten gehen“. Ich freue mich wirklich jeden Tag auf meine KundInnen, da ich stets tolle Leute um mich herum habe.