Für FriseurInnen ist Haar Alltag und doch steckt in jeder Strähne eine Geschichte. Genau diesen Geschichten widmet die Kunsthalle München mit HAAR – MACHT – LUST eine große, kulturübergreifende Ausstellung. Sie zeigt, wie Kopf- und Körperhaar seit Jahrtausenden Schönheit, Status, Geschlecht, Begehren, Rebellion und Identität sichtbar machen.
Über 200 historische und zeitgenössische Werke aus internationalen Sammlungen wie Prado, Louvre und Rijksmuseum sind ausgestellt. Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Video-Arbeiten, Schmuck, Designobjekte und Couture-Kreationen erzählen vom Haar als Ausdrucksmittel. Mal sinnlich, mal politisch, mal irritierend.
Kulturgeschichtliches Wissen für FriseurInnen
Besonders spannend für die Branche: Die Ausstellung macht deutlich, wie stark Frisuren soziale Codes prägen. Schon im Alten Ägypten wurden Haare gefärbt und Perücken getragen. Später wurden Locken, Bärte, Rasuren, Zöpfe oder kunstvolle Hochsteckfrisuren zu Zeichen von Macht, Anpassung oder Aufbruch. Ob Maria Magdalena, Medusa, Samson, Hippies, Punks, Drag-Kultur oder Afro-Look, Haar wird in der Kunsthalle München in diversen Bereichen thematisiert.
Mit Werken von Botticelli, Vasari, Murillo, Jacques-Louis David, Alfons Mucha, Herlinde Koelbl, VALIE EXPORT, Pieter Hugo, Laetitia Ky und vielen anderen zeigt HAAR – MACHT – LUST, wie universell und trotzdem aktuell das Thema ist.