FriseurInnen haben häufig mit Hauterkrankungen zu kämpfen - so kann man vorbeugen | C: Adobestock/chajamp

10.08.2021

Vorbeugen der Branchenkrankheit Nr.1: Hauterkrankungen

61% der gemeldeten Krankheitsfälle der Friseurbranche sind Hauterkrankungen. Besonders die Hände sind stark betroffen – der ständige Kontakt mit Wasser, Shampoos und Co. reizen ungeschützte Haut.

Eure Hände sind euer wichtigstes Arbeitswerkzeug, Visitenkarte und Kapital, aber leider auch dem meisten Stress ausgesetzt. Hautkrankheiten sind die unangefochtene Nr.1 der Branchen-Krankheiten und machen sich zumeist an den Händen bemerkbar. Deshalb:

Hauterkrankungen rechtzeitig erkennen

Die Haut sendet Alarmsignale, wenn es ihr zu viel wird und ein Arztbesuch nötig ist. Auf erste, kleine Anzeichen zu achten ist wichtig, damit die Hautprobleme nicht schlimmer werden. z.B.:

  • trockene, rissige Haut
  • Rötungen
  • Schuppen
  • Brennen beim Waschen oder Desinfizieren
  • Juckreiz
  • Bläschen

Richtiges Eincremen

Die Haut braucht viel Pflege, besonders wenn sie die meiste Zeit mit Wasser, Färbemitteln und Shampoos in Kontakt ist, Reinigen und Eincremen mit der ►richtigen Pflegmitteln, essentiell ...

  • Vor der Arbeit die Hände mit Hautschutz eincremen
  • Nach jedem Händewaschen eine leicht rückfettende Creme auftragen
  • Vor Pausen, nach der Arbeit und in der Freizeit eine reichhaltige Pflegecreme verwenden
  • Immer auch die Fingerzwischenräume und das Nagelbett miteincremen
  • Cremes auf den trockenen Händen verteilen und einziehen lassen
  • Cremes am besten ohne Duftstoffe und ohne Konservierungsstoffe kaufen

Handschuhe

Handschuhe sollten nur getragen werden, solange es notwendig ist. Zwar schützen die Handschuhe vor aggressiven Substanzen, allerdings schwitzt die Haut unter dem luft- und feuchtigkeitsundurchlässigen Material, sodass die Feuchtigkeit die Haut aufquellen lässt. Vorsicht ist geboten!

  • Bei längeren Tätigkeiten Baumwollhandschuhe unterziehen
  • Bei Friseurchemikalientätigkeiten (z.B. Färben) Handschuhe nur einmal verwenden

Für jede Tätigkeit die ►passenden Handschuhe für Friseure verwenden:

  • Für die Haarwäsche und -pflege: Nitril- oder Vinylhandschuhe (PVC) verwenden
  • Für Dauerwellen, Färben, Tönen und Blondieren der Haare: Einmalhandschuhe aus Nitril
  • Für das Zubereiten, Mischen und Umfüllen von Kosmetik: Einmalhandschuhe aus Nitril oder Vinyl
  • Für Reinigungstätigkeiten und Desinfektion von Kämmen, Bürsten und Scheren: chemikalienbeständige Schutzhandschuhe

Ungeeignet für alle Friseurtätigkeiten sind PE-(Folien-)Handschuhe, da sie leicht einreißen, unbequem sind und sich den Händen schlecht anpassen.

Wer die ökoloische Variante zwischen all den Einmalhandschuhen sucht, kann auf die wiederverwendbaren ►Elephant Skin Baumwollhandschuhe  aus Bio-Baumwolle zurückgreifen, die durch ihre Wiederverwendung bis zu 180 Paar Einweghandschuhe einsparen können - das entspricht einer Plastikreduktion von ganzen 2,6 kg! 

Händewaschen

Die Haut leidet, wenn sie lange nass und feucht ist. Zu häufiges Händewaschen kann die Haut austrocknen…

  • Hände mit pH-neutralem Waschpräparat waschen
  • besser lauwarmes Wasser verwenden. Heißes Wasser reizt die Haut
  • kein Shampookonzentrat zum Händewaschen benutzen
  • An Ringen, Armbändern und Uhren kann sich Chemie festsetzen - ablegen bei der Arbeit!
  • Händetrocknen nie mit gebrauchten Kundenhandtüchern - darauf können noch Farbreste & Co sein

Das Eincremen nach dem Händewaschen nicht vergessen!

Stressfaktor

Muss es mal schnell gehen, ist keine Zeit mehr fürs Eincremen und die Handschuhe werden aus Versehen ebenfalls vergessen. Die Haut reagiert auf Stress und vernachlässigten Schutz mit Juckreiz, Rötungen und Entzündungen…

  • Arbeitsalltagzeitpuffer: 5-10 Minuten Zeitpuffer nach jedem Kunden, sodass genug Zeit für die Pflege bleibt
  • NEIN sagen: Nicht mehr übernehmen, als das man schaffen könnte
  • Teambesprechungen: Gibt es Probleme sollten diese schnell innerhalb des Teams behandelt werden

Chefsache

Es ist die Aufgabe des Chefs immer genug Handschuhe und Cremes zur Verfügung zu stellen! Die Mitarbeiter sind dafür verantwortlich, diese auch zu verwenden.